Was ist der „schwarze Schwan“?

Wir überschätzen unsere Fähigkeiten, weil wir schlichtweg nicht wissen, was wir NICHT wissen. Damit glauben wir, genug zu wissen, um unser Vorhaben umzusetzen, da wir die Variablen „Nicht Wissen“ nicht verwenden können, da wir sie nicht kennen.

Nur weil etwas 1000 Mal funktioniert hat, bedeutet es nicht, dass es 1001 Mal gut gehen wird. Die Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Voraussagen.

Welches der folgenden Ereignisse ist wahrscheinlicher:

Es sah so aus, als wäre Joey glücklich verheiratet. Er ermordete seine Frau.

Es sah so aus, als wäre Joey glücklich verheiratet. Er ermordete seine Frau, um an ihr Erbe zu kommen.

Beispiel 1 ist wahrscheinlicher, da es viel mehr Ursachen haben kann, als das 2. Beispiel, bei dem die Ursache festgelegt ist. Unser Gehirn kann im 1. Beispiel allerdings keine Ursachen einbinden, da es für Dinge, die „nicht existieren“ einen blinden Fleck hat. Das ist der schwarze Schwan. Wir können einen schwarzen Schwan NIEMALS mit System 1 erkennen. Ein schwarzer Schwan benötigt grundsätzlich immer System 2.

Zitat: „Wir lernen aus Wiederholungen – auf Kosten von Ereignissen, die es bisher noch nicht gegeben hat. Ereignisse, die nicht wiederholbar sind, werden vor ihrem Eintreten ignoriert und danach überschätzt (eine Zeit lang). Nach einem Schwarzen Schwan, wie dem 11. September 2001, erwarten die Leute, dass das Ereignis sich wiederholt, obwohl man sagen könnte, dass die Gefahr dafür gesenkt wurde. Wir denken gern über spezifische und bekannte Schwarze Schwäne nach, obwohl das Wesen der Zufälligkeit doch gerade in ihrer Abstraktion liegt. Die falsche Definition ist eine Gottheit.“

Schwarze Schwäne sind allerdings nicht nur zufällige negative Ereignisse, die wir ausblenden, sondern auch positive Ereignisse, auf die wir hoffen: Die Versetzung im Job, die Antwort eines Verlages auf das eigene Buch, eine Großbestellung eines Händlers der Waren, die man seit Monaten verzweifelt versucht zu verkaufen, während man bei dem besten Freund auf der Couch schläft. Menschen werden bei solchen Wagnissen nicht materiell entlohnt, sondern mit einer ganz anderen Währung: Hoffnung.