Von der Psychiatrie in die Freiheit: Meine Geschichte

Viele Fragen nach meiner “Geschichte”, danach, wie ich eigentlich zu dem gekommen bin, was ich tue und zu dem geworden bin, der ich heute bin. Nunja, dieser Artikel wird manchen definitiv nicht gefallen und es ist (dieser Artikel entstand in seiner Rohfassung vor 5 Jahren) immernoch das, was ich für wahr halte.

Was war passiert?

Studium der Psychologie, Burnout, Panikstörung, Depression, Angststörung.

Ich konnte nicht mehr zur Arbeit (verdiente mein Geld bei Aldi), weil ich entweder in der Kasse nach 7 Tagen ohne Schlaf ohnmächtig wurde oder mich übergeben musste, weil mein System mir mitteilte, dass ich hier auf keinen Fall sein wollte.

Nächster Tag. Sonne. In einem Café.

Mein Gehirn macht mir einen Strich durch die Rechnung, kappt die Übertragung von Serotonin und bringt mich dazu zu glauben, es sei wohl besser, sich jetzt vor einen Zug zu werfen.

Ich renne nach Hause.

Am nächsten Tag weise ich mich in eine Psychiatrie ein.

Ich lüge und sagte, ich sei nicht suizidal, da ich wusste, dass ich so nur auf die offene Station dürfe.

Ich bekomme Tabletten und schlafe etwa 4 Tage, ich kann mich nicht mehr erinnern.

Zwischendurch quäle ich mich zum Essen oder auf die Toilette.

Danach kommt meine Energie zurück oder eher, mein Lebenswille.

Ich treffe nach und nach lebensverändernde Entscheidungen.

Ich kaufte mir Bücher, setzte mich in den nahegelegenen Park oder in ein Café in der Stadt.

Ich lese, reflektiere, bringe meinen inneren Müll herunter.

Ich baue eine Verbindung zu meinem inneren Kind auf.

5 Tage später hatte ich meine letzte Panikattacke.

Weitere 5 Tage später schickte ich meiner Psychologin in der Klinik, in der ich mich befand, eine 10seitige Psychoanalyse von mir selbst, im nachhinein glaube ich, die Tabletten haben mich in eine leichte Manie inklusive starkem Drang zur Problemlösung geschossen, mein Glück.

Meine Psychologin schaut mich mit offenem Mund an.

Ich nicke.

Ich verlasse die Klinik und gehe in eine Tagesklinik.

Weiterhin wie ein Besessener an der Arbeit an mir selbst.

Ich blende alles andere aus.

Jeden tag fahre ich in mein nahegelegens Fitnessstudio, tobe mich körperlich aus, gehe in die Sauna, lege mich auf die Liegen und vertiefe den Kontakt zu meinem inneren Kind.

Ich verlasse das Fitnessstudio mit einem Gefühl der Freude, der inneren Leichtigkeit.

Drei Wochen zuvor wollte ich mir noch das Leben nehmen.

1. Wie sollen mich andere verstehen, wenn ich es selbst nicht kann?

Ich habe schnell verstanden und bemerkt, dass niemand versteht, was in mir eigentlich passiert.

Viele waren geschockt von meinem Schritt in eine psychiatrische Klinik, woran ich erkannte, wie sehr ich meine Innenwelt von der Außenwelt abgeschottet hatte.

“Aber du bist doch immer so gut gelaunt?”

Ich beschäftigte mich wochenlang mit mir selbst und lernte mich immer besser kennen, wobei ich mich nicht auf die Depression, sondern auf meine Genesung konzentrierte.

Ich bemerkte, dass ich mich veränderte.

Nicht nur, weil es mir immer besser ging, sondern weil ich bei anderen auch Reaktionen sah, die ich so noch nie bekam.

Ich akzeptierte es.

Ich veränderte mein Verhalten, da schien es normal zu sein, dass andere verwirrt waren. Menschen, die mich teilweise seit über acht Jahren kannten, waren fast geschockt.

Ich verlangte von ihnen nicht, dass sie es verstanden. Ich stand an erster Stelle. Ich beleidigte niemanden und stieß niemanden vor den Kopf, aber ich musste meine Bahn halten.

Wir sind mit unserer Depression alleine. Niemand kann bzw. muss verstehen, was in uns vorgeht.

Können wir es überhaupt selbst?!

Mein Psychiater und meine Psychologin versuchten zwar den Eindruck zu erwecken, dass ich nicht alleine war, indem sie mir suggerierten, dass sie mich verstanden …

Aber wie konnten sie.

Doch auch ihnen machte ich keinen Vorwurf. Sie halfen mir wo sie konnten. Ich akzeptierte, dass ich mich erst einmal selbst verstehen musste, bevor ich anderen “erklären” konnte, wer dieser neue Mensch eigentlich war.

2. Me first!

Bereits in den ersten beiden Tagen in der Klinik verstand ich, was mein Problem war. Ich hatte das Leben anderer gelebt, um Ablehnung und Trennung zu vermeiden und Anerkennung zu erhalten.

Dabei hatte ich mich selbst komplett verloren. Zu dem Zeitpunkt war ich 24 Jahre alt und kannte andere besser, als mich selbst.

Ich musste eine Entscheidung treffen und die war bindend.

Ich ging einen Vertrag mit mir selbst ein, dass ich ab sofort die volle Verantwortung für mich und mein Leben übernehmen würde.

Ich war und bin es auch heute noch an 1. Stelle. Danach kamen die Menschen, die mir wichtig waren. Das bedeutet nicht, dass ich meinen Freunden und meiner Familie schadete, aber es bedeutete z.B. dass ich öfter “nein” als “ja” sagen müsste.

Es bedeutete auch, dass ich etwas tun musste, was ich für richtig hielt und andere vielleicht nicht. Es bedeutete auch, dass ich gegen den Strom schwimmen musste, wenn ich bemerkte, dass ich eine Entscheidung traf, die für niemanden nachvollziebar war.

Es war schwierig ja, aber es war indiskutabel, dass dieser Schritt notwendig war, um wieder gesund zu werden und gesund zu bleiben.

3. Mich selbst finden

Ich wusste nicht, was ich wirklich gerne tat, da meine Präferenzen vollkommen verschoben waren. Ich rannte von Anerkennung zu Anerkennung, anstatt mir selbst die notwendige Ruhe und Anerkennung zu geben.

Ich musste also herausfinden, was es war, was mich erfüllte. Dieser Schritt ist natürlich individuell, aber ich finde, dass jeder dafür einen Abstand zur Außenwelt benötigt.

Es benötigt Zeit und Energie, sich mit sich selbst auseinander zu setzen.

  • Wer bin ich eigentlich?

  • Was erwarte ich vom Leben?

  • Was erwarte ich von mir selbst?

  • Was ist der Sinn meines Lebens?

  • Was sollte ich vermeiden?

  • Welche Menschen möchte ich in meinem Leben haben?

  • Welche Menschen möchte ich nicht in meinem Leben haben?

Das sind alles grundlegende Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss. Nicht Freunde, Familie oder der Therapeut, sondern jeder für sich selbst, denn danach richten sich die eigenen Werte, Träume, Ziele und Wünsche und die sind der Grundbaustein für das Leben, ein erfülltes Leben.

4. Mich selbst lieben

Die Liebe eines anderen Menschen kann niemals die Liebe ersetzen, die man sich selbst gibt. Sich selbst lieben hat nichts mit Egoismus zutun, sondern ist die Grundvoraussetzung für ein Leben in einer sozialen Gesellschaft und gesunden Beziehungen jeglicher Art.

Egoismus ist so ausgerichtet, dass er anderen schadet, um daraus einen eigenen Vorteil zu ziehen. Selbstliebe und Anerkennung sich selbst gegenüber stellt den eigenen Wert in den Mittelpunkt, ohne sich damit zu profilieren, herauszustechen oder anderen zu schaden.

Ich kann mich selbst anerkennen und lieben und anderen dadurch ebenfalls Anerkennung und Liebe geben, denn erst dadurch, dass wir erkennen, wie sich etwas anfühlt, können wir dieses Gefühl an andere weitergeben.

Wenn wir uns selbst hassen und ablehnen, dann hassen wir auch andere Menschen. Wenn wir uns selbst immer wieder den eigenen Wert zusprechen, den jeder von uns besitzt, dann haben wir keine Angst mehr davor, anderen gegenüber ebenfalls positive Gefühle weiterzugeben.

Ich habe mir täglich mehrmals gesagt, dass ich wertvoll bin und dass ich mich selbst liebe. Genauso, wie mir früher gesagt wurde, dass ich nichts Wert bin, dumm und scheiße bin, habe ich mir selbst irgendwann diese Anerkennung geglaubt, die ich mir selbst gegeben habe.

Ich habe bei anderen nicht mehr danach gesucht, denn ich habe sie mir selbst gegeben. Ich hatte weniger Angst vor Verlust und Versagen, denn ich erkannte meinen eigenen Wert.

Ich war wie ein Fels in der Brandung…

5. Die Welt bleibt so wie sie ist, während ich mich verändere

Ich verändere mich, während andere so bleiben wie sie sind (ich verlange nicht, dass sie sich auch verändern).

Während ich mich selbst fast wöchentlich veränderte bemerkte ich irgendwann, dass andere das nicht taten. Warum auch, schließlich befand ich mich gerade in intensiver Behandlung und nicht mein Umfeld.

Anfangs verlangte ich noch unbewusst, dass andere sich an mein neues Verhalten anpassen müssten, doch das taten sie nicht.

Ich akzeptierte es.

Wenn mein neues Verhalten anderen schadete, dann hinterfragte ich es.

Wenn ich mit dem Verhalten anderer plötzlich nicht mehr umgehen konnte und bemerkte, dass sie mir dadurch schadeten, dann hinterfragte ich die Beziehung und löste innerhalb von ein paar Monaten viele davon auf.

Ich erkannte auch, dass es unmöglich war andere zu verändern und gab es irgendwann auf.

Meine eigene Veränderung war nur durch mich selbst möglich geworden. Alle anderen Menschen, die mich verändern wollten, habe ich als “Feind” aus meinem Leben entfernt.

Es war also nicht nur ihre unerreichbare Aufgabe gewesen, sondern auch meine Reaktion auf deren Verhalten mir gegenüber.

Wenn wir einen Menschen verändern wollen, dann tun wir dies, weil wir mit ihm nicht zufrieden sind.

Wie würdest du dich dabei fühlen?

Entweder wir akzeptieren andere Menschen so wie sie sind und leben mit ihnen, weil wir sie und ihre Macken gerne haben, oder wir müssen uns von ihnen trennen, weil wir damit nicht mehr leben können.

Veränderungen sind allerdings destruktiv und sinnlos. Menschen sind schließlich keine Lego-Steine 😉

6. Ich werde zu dem, was ich tue

Was wir wiederholen festigt sich. Unser Gehirn nimmt alles auf, was wir ihm zuführen, sowohl gedanklich, als auch mit unseren Sinnen.

Das nennt man “Neuroplastizität”.

Wenn wir immer wieder negatives und destruktives Material hineinfüllen, dann wird unser Gehirn zu diesem Material werden und somit unser Leben und die Art, wie wir uns Verhalten und denken, maßgeblich beeinflussen.

Ich konzentrierte mich deshalb auf die Dinge, von denen ich wusste, dass mein Gehirn sich darüber freuen würde:

  • ich meditierte und ging zum Yoga

  • ich laß Bücher zum Thema Buddhismus

  • ich machte Auszeiten

  • ich trainierte mich in Achtsamkeit

  • ich akzeptierte alle Gefühle

  • ich verurteilte mich selbst nicht

  • ich vermied Nachrichten und fernsehen

Ich konnte beobachten, wie sich mein Gehirn in den Wochen immer wieder veränderte.

Durch die neuen Inhalte wurde ich zu einem neuen Menschen und verhielt mich anders.

Ich hatte neue Gedanken und ganz andere Ideen.

Ich sah die Welt anders, als ich es vor meiner Therapie getan hatte.

Seit diesem Zeitpunkt gebe ich meinem Gehirn nur noch nie Dinge, die ich in meinem Leben auch haben möchte.

7. Jedes Problem hat eine Lösung

Ich erkannte irgendwann, dass jedes Problem eine Lösung hat. Wenn es keine Lösung gab, dann gab es auch keinen Grund für mich, mich weiter damit zu beschäftigen.

Ich blickte zurück in meine Vergangenheit, in der ich bereits einige Probleme meistern musste und erkannte, dass es tatsächlich immer eine Lösung gab.

Ich erkannte sie zwar nicht immer sofort, aber irgendwann, wenn ich mich aus der weinerlichen Opferrolle befreien konnte, flog mir plötzlich die Lösung zu.

Ich vermied es somit so zutun, als ob ich meine eigene Situation nicht ändern konnte.

Der Eindruck, dass es nichts gab, was ich tun konnte, war nur eine Ilussion, denn in Wirklichkeit war ich der Einzige, der etwas tun konnte und niemand sonst.

Ich bemerkte, dass ich immer, wenn ich dachte es gäbe keine Lösung für men Problem, in ein Loch fiel, aus dem ich schwerer hinauskaum, je länger ich mich darin aufhielt.

Deshalb vermied ich es in Zukunft in dieses Loch zu fallen, indem ich mich nicht mit dem Problem beschäftigte, sondern mit der Lösung.

Ich löste natürlich nicht alle Probleme sofort an einem Tag auf, aber ich erkannte zumindest “ah okay. Da gibt es also eine Lösung. Ich bin nicht verloren”.

Dann kam ich ins Handeln!

Nach und nach sah ich mir an, wie ich nun aus meinem Job in meine gewünschte Selbstständigkeit kam.

Es dauerte Monate und ich ging durch tiefe Täler, aber ich hielt mich nie lange dort auf, sondern ging einfach hindurch.

8. Auch das geht vorbei

Mit den Erkenntnissen des Buddhismus kam irgendwann die Erkenntnis, dass alles auf der Welt ein Ende hat.

Das Wort “alles” ist in diesem Kontext so ausgelegt, dass ich tatsächlich ALLES meine und das auch so verstand.

“Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.”
Laotse

Es ist wahrscheinlich die größte Erkenntnis, die ich bisher in meinem Leben hatte und auch die Befreiendste.

Ich beobachtete diese Tatsache der Vergänglichkeit.

Sobald etwas vorbei war, erkannte ich es.

Manchmal sagte ich gedanklich auch “vorbei”, um mir den Prozess klar zu machen.

Wut kommt auf und geht wieder.

Vorbei.

Menschen kommen und gehen.

Vorbei.

Depression kommt und geht.

Vorbei.

Ich lebe und ich sterbe.

Vorbei.

Irgendwann wird sogar die Sonne, also das, was wir möglicherweise für ewig halten, explodieren.

Es gibt nichts auf dieser Welt und weit darüber hinaus, was das Prvileg (oder auch nicht?) hat, die Ewigkeit zu erleben, sowohl alles Materielle, als auch alles Immaterielle.

Ich hielt an den Dingen nicht mehr fest. Egal, was es war.

Ich behandelte alles mit Sorgfalt, aber mit der Haltung, dass ich es wieder gehen lassen würde, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen war.

Dafür würde etwas Neues aufkommen, wie z.B. aus der Raupe ein Schmetterling wird.

Als ein guter Freund plötzlich starb trauerte ich.

Ich weinte und war am Boden zerstört.

Ich hielt nicht an der Trauer fest, aber ich verdrängte sie auch nicht.

Sie ging wieder.

Ich ließ ihn gehen und hielt nicht an seinem Leben fest, denn der Tod holt uns alle irgendwann ein.

Diese Erfahrung brachte mir mit einem Mal die Vergänglichkeit von Gefühlen und Leben nahe.

9. Mehr Dankbarkeit

Es ist beängstigend, wie einfach man pessimistische Scheuklappen erhalten und darauf aufbauend weitere destruktive Gefühle stapeln kann, die selbstvernichtend sind.

Dadurch vergessen wir die bisherigen Erfolge, Errungenschaften und Leistungen.

Es ist fast so, als wäre das Positive unserer Vergangenheit ausgelöscht, das Negative aufgebläht und die Konzentration auf das Negative in der Zukunft verfestigt worden.

Oft geschieht das auch, wenn wir uns mit anderen vergleichen und uns dadurch nur noch auf das fokussieren, was wir nicht haben, anstatt darauf, was wir eigentlich haben.

Ich habe irgendwann mehrere Dankbarkeitsrituale eingeführt und die Dankbarkeit in meinen Alltag eingebaut.

Ich habe mich in Gedanken bei meiner Oma bedankt, die mir vermutlich mein Leben gerettet hat.

Ich habe meiner Depression gedankt, ich habe dem Wetter gedankt und ich habe mir selbst gedankt.

Dann ging die Dankbarkeit in Sprache über:

Dem Busfahrer, Freunden, Familie, der Frau im Cafe usw.

Dankbarkeit ist meiner Meinung nach das Gefühl, von dem man nie genug haben kann.

Dankbarkeit ist vollkommen selbstlos.

Es dient im Gegensatz zu Gefühlen wie Angst, Hass, Wut, Eifersucht usw. nicht unserem Überleben und versetzt unser Gehirn somit in einen anderen Zustand.

In einen Zustand, in dem wir nicht immer über unser illusorisches Überleben kämpfen, sondern einfach leben.

10. Vermeide Stempel

Wenn wir uns auf die Symptome der Depression konzentrieren, dann verwähren wir uns einen Austritt aus der Abwärtsspirale.

Wir sagen z.B., dass wir ein “Depressiver” sind oder eine “Depression” haben. Das habe ich nie getan!

Ich war kein Depressiver, sondern ein Mensch mit einer vorübergehenden Krankheit, die wieder vorbeigehen würde.

Ich habe mich nie mit meiner Depression identifiziert.

Das heißt nicht, dass ich sie gehasst habe, ganz im Gegenteil, aber ich bestand nicht aus ihr.

Wenn ich meine volle Konzentration auf sie gelenkt hätte, dann hätte sie weiterhin mein Leben beherrscht.

Ich wusste schon von meinen psychosomatischen Symptomen, der Panik und den Ängsten, dass ich alles erhalten würde, worauf ich meine Aufmerksamkeit richtete und alles vorbeiging, sobald ich meine Achtsamkeit darauf richtete.

Ich akzeptierte meine Depression und war ihr dankbar für das, was sie aus mir gemacht hatte, nämlich einen reflektierten, erwachsenen und dankbaren Menschen, aber ich habe nie an ihr festgehalten.

Was wir sagen wirkt sich direkt auf uns selbst aus, also auf unsere Gedanken, unsere Gefühle und unser Verhalten.

So war meine Kindheit z.B. nicht “schrecklich”, sondern “ungünschtig”.

Wir assoziieren jedes Wort mit einem Gedanken und dieser Gedanke ist mit einem Gefühl verbunden.

Diese Stempel und Abwertungen führen nur dazu, dass wir unserer Einstellung uns selbst und unserem Leben gegenüber negativ eingestellt sind.

Eine Krankheit hat immer einen Anfang in der Vergangenheit und wir wissen nicht, wann sie in der Zukunft aufhört. Dadurch erhalten wir sie künstlich, anstatt einfach von ihr loszulassen.

11. Räume deinen Keller auf

Der vermutlich wichtigste Schritt. Im Gegensatz zu den 10 bisherigen Punkten, schreibe ich diesen Punkt mehr als 5 Jahre später. Im nachhinein betrachte war meine Rettung, dass ich ganz nach unten in meinen Keller gegangen bin.

Dass ich die Dämonen und Schatten ausgegraben und meine Schmerzen umarmt habe.

Dass ich das getan habe, wovor ich jahrelang panische Angst hatte, weil ich glaubte, es würde mich zerstören.

Dass ich ins Unbekannte gegangen bin, obwohl meine inneren Stimmen mich davon abhalten wollten, denn das Denken kann sich nur mit dem Bekannten beschäftigen,das bereits Gekaufte wird noch einmal gekauft, denn wie kann man über das Unbekannte nachdenken.

Letztendlich hat es in mir unzerstörbaren Frieden befreit, der sich durch nichts erschüttern lässt.

Ich will nicht sagen, dass ich nicht mehr leide, aber es ist unglaublich schwierig, mich in einen Zustand zu drängen, in dem ich wirklich leide.

Ich schließe diesen Artikel mit den meiner Meinung nach passenden Worten von C.G. Jung, der hierüber sagte:

“Kein Baum kann zum Himmel wachsen, wenn seine Wurzeln nicht in die Hölle hinabreichen.”