Unbewusstheit: Der Nährboden aller Probleme

In dieser Reihe werde ich ausführlich über meine Erfahrungen und mein Wissen bezüglich unseres Egos berichten. Es ist hier wieder einmal, aber umso mehr, wichtig, dass du mir nicht einfach nur glaubst, was ich hier sage, sondern es selbst erlebst. Wenn dir ein Pilot drei Stunden davon erzählt, wie man ein Flugzeug fliegt, dann wäre es töricht von dir zu versuchen, einen Airbus A380 zu fliegen.

Ich vermische hier bewusst Erfahrungen und Wissen, die sich in meiner Blase der Erkenntnisse angesammelt haben. Das bedeutet nicht, dass diese Inhalte dich auch dahin führen werden, wo ich mich befinde und schon gar nicht durch bloßes Lesen. Du musst deinen eigenen Weg gehen und nicht meinen Weg oder von irgendjemand anderem. Menschen scheitern immer wieder, weil sie glauben, sie könnten oder müssten andere nachahmen, um ähnliche oder die gleichen Ziele zu erreichen. Wenn du satt werden möchtest, dann musst du schon selbst essen.

Ein Ziel befindet sich übrigens nicht am Ende eines Weges. Glaubst du mir nicht? Kein Problem. Meine Ziele befinden sich immer auf meinem Weg undzwar sehr viele nacheinander. Ich habe immer wieder kleine Ziele, die ich selten festlege, aber trotzdem erreiche. Warum? Weil ich meinen individuellen Weg gehe, der meine Erfahrungen, meine Werte, mein Wissen, meine Moralvorstellungen usw. enhält, womit Unzufriedenheit ausgeschlossen und Zufriedenheit vorprogrammiert ist. Zudem habe ich weder Ansprüche an “das Leben”, “die Politik”, “die Gesellschaft” oder mich selbst, womit ich mich schon mit Kleinigkeiten zufriedengebe.

Mit “Ziele” meine ich übrigens nicht ausschließlich Positives. Wenn du deinen Blick bei Menschen, denen du folgst, auf das Positive in deren Leben richtest, dann wird es dich umso härter treffen, wenn du erkennst, dass das eine Illusion war. Egal welche Menschen du dir ansiehst, du wirst immer Negatives erkennen, das gehört zum Leben dazu, daran können wir nichts ändern. Was wir allerdings in der Hand haben, ist die Art und Weise wie wir damit umgehen und darum geht es in dieser Artikelreihe.

“Leben ist 10% was dir passiert und 90% wie du darauf reagierst.”

– Charles R. Swindoll

Diese Reihe wird sehr viele Themen behandeln, die unser Leben grundlegend betreffen. Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen, denn für Schönreden sind die meisten Politiker, Ärzte, Pharmaindustrien und Social-Media Milliärdäre verantwortlich.

Ich sehe mich deshalb als denjenigen an, der hier einige Dinge deshalb so ungefiltert schreiben darf, weil ich selbst nicht wirklich schlauer war. Ich belehre dich nicht, sondern möchte dich lediglich auf Einiges aufmerksam machen, bevor es zu spät ist.

Ich bin der Augenöffner, weshalb du mit deinem nächsten Atemzug deine Einverständnis dafür abgibst, dass du diesen Artikel auf eigene Verantwortung liest.

Zu spät.

Jetzt musst du da wohl oder übel durch …

HALT!

Bevor wir beginnen: Schnappe dir jetzt einen Zettel und einen Stift, öffne ein Notizprogramm/eine Notizapp oder eine Memoapp (Sprachaufnahme). Mache dir so viele Notizen, wie du magst. Lese dir den Artikel sorgfältigdurch, wenn du möchtest auch mehrmals. Du musst hier keinen Lesewettbewerb gewinnen und das ist auch kein Roman, sondern reines Wissen und Erfahrungen. Du musst dieses Wissen aktiv in deinem Alltag anwenden und umsetzen, ansonsten war das Lesen lediglich verschwendete Zeit.

Bereit?

Los gehts 🙂

Was ist eigentlich Unbewusstheit?

Fangen wir mit ein paar Fragen an:

Warum sind die Fehltage in Deutschland aufgrund von psychischen Krankheiten in den letzten 10 Jahren um 98% gestiegen?

Warum ist die Depression mit 800.000 Toten durch Suizid die tödlichste Krankheit der Welt?

Warum leiden etwa 500 Millionen Menschen weltweit an der Krankheit Diabetes Typ2, die mit Übergewicht verbunden ist?

Warum sind wir nicht mehr in der Lage, den Moment zu genießen und denken stattdessen an die schreckliche Vergangenheit oder die schwarze Zukunft?

Warum würden wir eher auf die Menschen verzichten, die wir am meisten lieben, als auf unser Smartphone?

Warum sterben die meisten Menschen an Krankheiten, die mit ausgewogener und pflandenbasierter Ernährung vermeidbar wären?

Warum haben wir eine geringere Aufmerksamkeitsspanne, als ein Goldfisch? (8 Sekunden und 9 Sekunden)

Warum sind etwa 45% der Arbeitnehmer in ihrem Job so unzufrieden, dass sie ihn in den nächsten 12 Monaten am liebsten wechseln würden?

Warum sterben etwa 74.000 Menschen in Deutschland jährlich an erhöhtem Alkoholkonsum, wodurch Alkohol die tödlichste Droge ist?

Warum steigt Aggression in uns auf, wenn wir an der Kasse zu lange warten müssen oder die Tür der Bahn nicht schnell genug aufgeht?

Warum wurden 15% der Angestellten innerhalb ihres Berufsverhältnisses schon einmal Opfer von Mobbing?

Warum sind die Konsumausgaben in Deutschland in den letzten 25 Jahren um etwa 110% gestiegen, obwohl die Gehälter um durchschnittlich 50% gefallen sind?

Warum sind in den letzten 100 Jahren etwa 200 Millionen Menschen Opfer eines Mordes geworden?

Die kurze Antwort auf diese Fragen lautet:

Weil fast alle Menschen unbewusst sind.

Soweit klar?

Nein?

Nun gut.

Was meine ich mit “unbewusst”?

Mit unbewusst meine ich, dass wir uns unserem

  • schädlichen

  • kollektiven

  • dummen

  • naiven

  • bequemen

  • egozentrischen

  • narzisstischen

  • selbstzerstörerischen

  • egoistischen

Verhalten

nicht bewusst sind.

Puh. Okay.

Das sind zwar nur ein paar Wörter, aber Wörter weisen auf die Wahrheit hin und die Wahrheit sieht natürlich, wie du oben schon gesehen hast, sehr düster aus.

Das hat nichts mit Dummheit an sich zutun, sondern lediglich mit kollektiver Unbewusstheit, also fehlender Bewusstheit. Menschen sind nicht dumm, wenn sie unbewusst handeln, sondern lediglich “nicht bewusst”. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Natürlich kann Unbewusstheit mit Dummheit, wie auch immer du Dummheit definierst, Hand in Hand gehen, aber Menschen als “dumm” zu bezeichnen, weil sie unbewusst handeln, zeugt ausschließlich ebenfalls von eigener Unbewusstheit.

Unbewusstheit entsteht durch Unwissenheit, nämlich Unwissenheit darüber, dass es Unbewusstheit gibt.

Okay, Stop.

Nochmal:

“Unbewusstheit entsteht durch Unwissenheit…”

Das Wissen, dass ich dir in dieser Artikelreihe vermittle, habe ich mir natürlich selbst angeeignet, undzwar indem ich von Menschen gelernt habe, die dieses Wissen weitergaben und meinen eigenen Erfahrungen bzw. Selbstreflexion, also dem Hinterfragen von Verhalten und Anwenden von Neuem.

Buddha sagte:

“Unwissenheit ist Leid”

Damit meinte Buddha nicht, dass wir nicht mehr leiden, wenn wir etwas Wissen. Er meinte, dass wir weniger leiden, wenn wir bestimmte Dingewissen. Mit diesen Dingen ist vorallem Lebenserfahrung gemeint.

Zu diesen Dingen gehört auch die wohl größte Erkenntnis, nämlich dass es Unbewusstheit gibt und dass sich

Unbewusstheit in Bewusstheit umwandelt, sobald du erkennst, dass du gerade unbewusst bist.

Soweit klar?

Wenn du erkennen möchtest, wann du unbewusst bist, dann musst du natürlich erst wissen, was Unbewusstheit eigentlich bedeutet, denn ansonsten kannst du sie schließlich nicht erkennen.

Ein Kleinkind lernt auch erst, was Worte eigentlich bedeuten und wie Gegenstände funktionieren. Dann benutzt es die Worte und Gegenstände, lernt daraus und kann sie irgendwann anwenden.

Da uns allerdings nie jemand beigebracht hat, was Unbewusstheit eigentlich ist und wie sehr sie uns schaden kann, müssen wir das heute nachholen.

Warum sind wir eigentlich unbewusst?

Das Ganze hat natürlich vorallem neurologische und neurobiologische Gründe, die mit den Herausforderungen der Neuzeit einen gefährlichen Cocktail ergeben.

Wir werden zwar immer älter, aber leben immer weniger.

Mit der Digitalisierung, der Massentierhaltung und der industriellen Revolutionwurden wir innerhalb von nur 150 Jahren vor hunderte Aufgaben gestellt, die unser Körper nicht so verarbeiten kann, wie er es eigentlich tun müsste, damit wir keine bleibenden Schäden davontragen.

Wir sind schlichtweg nicht für die heutigen Nahrungsmittel, die Arbeitsanforderungen und das Internet gemacht.

Anstatt

  • unsere Ernährung grundlegend zu ändern, lassen wir uns lieber das überschüssige Fett absaugen oder bombadieren uns mit Schuldgefühlen

  • uns eine tägliche Auszeit zu nehmen, fliegen wir lieber einmal jährlich für eine Woche in die Karibik, da wir glauben, uns dadurch entspannen zu können

  • mehr Zeit mit den Menschen zu verbringen, die uns wichtig sind und vorallem mit uns selbst, verbringen wir 15 Jahre unseres Lebens (!!!) mit unserem Handy, im Internet und vor dem Fernseher und beschweren uns zusätzlich noch darüber, dass wir “keine Zeit mehr haben”

  • zu reflektieren und zu erkennen, dass wir selbst die Verantwortung für unser Leben übernehmen müssen und können, beschweren wir uns über die Politik, die Gesellschaft, den Staat, unsere Eltern, die Pharmaindustrie, die Lebensmittelkonzerne, unseren Arbeitgeber, den Depp der uns gerade die Vorfahrt genommen hat und sowieso jeden anderen

  • mehr Sport zu treiben, beschweren wir uns darüber, dass wir zu dick sind und krank werden.

Wir Menschen sind grundsätzlich faul.

Mit “Menschen” meine ich unser Gehirn.

Mit “Gehirn” meine das Ding in unserem Kopf, das jeder besitzt, aber nur wenige wirklich benutzen.

Mit “benutzen” meine ich die Erkenntnis, dass wir selbst die Steuerung über unser Verhalten, Gedanken, Gefühle und Leben haben können, wenn wir unser Gehirn richtig verwenden können.

Mit “faul” meine ich die einfache Tatsache, dass unser Gehirn Abkürzungen und Bequemlichkeit liebt, da diese Energie sparen. Dazu gehören nicht nur Abkürzungen auf Wegen oder Straßen, sondern auch gedankliche Abkürzungen, wie z.B. “Guck mal, der ist schwarz. Ich mag keine Ausländer! Ausländer raus!” Das ist eine gedankliche Abkürzung. Ob derjenige nun aus intellektuellen oder aus Gründen der Unbewusstheit nicht dazu in der Lage war, die Abkürzung nicht zu nehmen, das wissen wir nicht uns ist auch irrelevant.

Statt also zu hinterfragen, warum wir gerade tun, was wir tun (man nennt das auch “Reflexion”), ob und inwiefern es uns schadet und wie wir es ändern können …

lassen wir alles lieber so, wie es ist.

Aber beschweren wird ja wohl noch erlaubt sein!

Das ist eine Opferhaltung und nach alldem, was ich gelernt habe und nach den vielen Gesprächen mit Psychiatern, Psychologen, Therapeuten und Meistern aus allen östlichen Religionen, kann ich dir versprechen, dass eine Opferhaltung der Grund für den Großteil von Leid ist.

Und als ob es nicht schon genug wäre, dass unser Gehirn faul ist, gewöhnt es sich auch noch an unser faules Verhalten und versperrt uns somit den Weg, vor einer möglichen Veränderung. Es interessiert unser Gehirn nicht, ob wir unzufrieden sind. Es ist einfach nur ein Organ, das es sich in unserem Kopf gemütlich machen möchte und unserem Verhalten, unseren Gedanken und unseren Gefühlen anpasst.

Wir wollen es einfach nur in Ruhe lassen. Von Zufriedenheit ist da allerdings nicht die Rede.

Ich habe hier exklusiv eine Rundmail, die ein Gehirn an andere Gehirne geschickt hat, um sie über die perfekte Nutzung zu informieren:

“Ich möchte jeden Tag das Gleiche tun. Ich möchte immer zur gleichen Zeit aufstehen, den gleichen Weg zur Arbeit fahren, das gleiche ungesunde Essen futtern (lecker, Zucker!!!), mich immer wieder über den Chef und das beschissene Gehalt aufregen, zuhause angekommen die gleichen Sendungen sehen und zur gleichen Zeit schlafen gehen. Sport ist ungeeignet, denn es verbraucht sehr viele Kalorien, die ich schließlich wieder aufnehmen muss. Das lassen wir besser. Ich möchte auf keinen Fall mehrere Dinge gleichzeitig tun. Ich kann es auch nicht, dafür bin ich einfach nicht gemacht. Ich möchte aber trotzdem alle 11 Sekunden auf mein Smartphone sehen, denn das gibt mir einen richtig geilen Dopaminkick, weil ich wieder einen Like auf Facebook, Twitter oder Instagram habe oder jemand auf meine witzige Nachricht bei Whatsapp geantwortet oder mir einen Kuss-Emoji geschickt hat. Geil! Auf Sex verzichte ich auch, denn der ist nicht so toll wie die Pornos, die ich mir im Internet ansehen kann. Und da muss ich mich auch über niemanden aufregen, der zu schnell oder zu langsam kommt oder nicht das tut, was ich möchte. Ich möchte teure Klamotten tragen, eine teures Auto fahren und einen gutbezahlten Job haben, denn dadurch werde ich von anderen gemocht, was in mir Glücksgefühle ausschüttet. Die werden übrigens auch bei Alkohol, Drogen, Zigaretten, Schokolade und Autorennen ausgeschüttet. Hormone, Hormone, Hormone!!!! Ich bin nicht in der Lage, 5 Sekunden nicht zu denken, denn denken bedeutet Ablenkung und Ablenkung bedeutet Hormone. Noch mehr Hormone!!!! HER DAMIT!!! Ich muss mir alle Serien, Filme, Youtube-Videos und Fernsehsendungen ansehen und alle Bücher lesen, die mich interessieren. Oh, ich muss noch so viele Bücher lesen. HORMONE!!!! Ich möchte mir auch Gedanken über die schöne Zukunft machen, in der ich endlich das bekomme, was ich will. Ja, ich bin dann zwar jetzt unzufrieden, aber ich werde ja bald glücklich sein und MEHR HORMONE bekommen!!!! Ich möchte aber keine Auseinandersetzungen mit anderen haben, denn wenn ich nicht gemocht werde, dann leide ich. Ich will nicht leiden. Das tut mir weh. Bloß nicht. Ich tue lieber das, was andere für richtig halten oder was ich glaube, was andere für richtig halten. Dann mögen sie mich und grenzen mich nicht aus. Wenn sie mich ausgrenzen, dann fühle ich mich anders und dann leide ich, weil ich glaube, dass ich nicht dazugehöre. Ich möchte auch immer SOFORT das bekommen, was ich möchte. Sofort und so schnell wie möglich!!! Hormone, schnell. GIB SIE MIR!!! Gib mir so viele Informationen, wie möglich. Facebook, Zeitungen, Nachrichten, Twitter, Werbung, Klatsch&Tratsch usw. Ich kann sie zwar nicht verarbeiten, aber: Hormone!

Zwei wichtige Dinge kannst du aus dieser Anleitung eines Gehirns entnehmen:

Unser Gehirn möchte Effekte (Hormone) erhalten und Schmerzen vermeiden

Effekte bekommt es durch

  • Nahrung

  • Drogen

  • Alkohol

  • Zigaretten

  • Sex

  • Statussymbole

  • Geld

  • Materielles

  • Anerkennung/Lob

  • zerstörerische Gefühle (Gewalt, Hass, Wut, Groll, Neid, Eifersucht …)

  • selbstlose Gefühle (Liebe, Dankbarkeit, Erfüllung …)

Schmerzen unterteilen wir in psychische Schmerzen und physische Schmerzen. Vielen ist nicht bewusst, dass unser Gehirn nicht zwischen psychischen und körperlichen Schmerzen unterscheiden kann, weshalb sich psychischer Schmerz, z.B. aus der Kindheit, auch im Erwachsenenalter noch bemerkbar macht.

Sehen wir uns die Dinge mal im Detail an, damit du mir glaubst. Natürlich werde ich in den folgenden Artikeln noch auf die Dinge eingehen, die wir selbst beeinflussen können. Das ist also nur schon einmal ein Vorgeschmack.

Lass dich nicht überrumpeln von der schieren Masse, die Effekte mit negativen Folgen im Gehirn auslösen können. Zudem versucht unser Gehirn alles, wirklich alles, also psychische und körperliche Schmerzen, zu vermeiden.

Wenn wir unbewusst sind, dann merken wir nicht, dass wir unbewusst sind, ansonsten wären wir ja nicht unbewusst, genauso wie wir nicht merken, dass wir träumen, wenn wir träumen.

Deshalb kann es erschreckend sein, dass so viele Dinge unsere Unbewusstheit aufrechterhalten und unser Ich stärken. Allerdings müssen wir dafür weder anderen, noch uns selbst, die Schuld geben, denn es ist schlichtweg ein kollektives, antrainiertes Verhalten, oder wie Jesus am Kreuz sagte:

“Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.”

Nahrung: Nahrung besteht aus den drei Mahronährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Unser Gehirn benötigt lediglich 100 Gramm Zucker täglich, die es aus den Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten beziehen kann. Am Schnellsten funktioniert das natürlich mit dem Einfachzucker, der sich vorallem in Süßwaren befindet.

Dutzende Studien haben bewiesen, dass sich Einfachzucker im Gehirn wie ein Opiat verhält. Zucker ist also eine Droge, was du selbst ausprobieren kannst, indem du mal drei Tage lang nur Bohnen, Spinat und Fisch isst. Eigentlich würde das reichen, um zu überleben, aber dein Gehirn giert nach Zucker. Du bist süchtig, was nicht bedeutet, dass du Zucker zum Überleben benötigst.

Über die Krankheiten, die Zucker verursachen kann, habe ich noch gar nicht geredet. Allen voran natürlich Diabetes Typ2. Die meisten Menschen stellen also die schnelle Befriedigung des Zuckers vor die Konfrontation mit den Ursachen.

Schmerzen werden hier natürlich auch vermieden bzw. nicht gefühlt. Wenn wir Liebeskummer haben oder wütend sind, dann essen wir mehr, da Frust und Wut das Glückshormon Dopamin abbauen. Ist unser Leben voller Wut und Frust, dann greifen wir somit öfter zu Lebensmitteln, die uns (kurzfristig) glücklich machen. Unser Gehirn denkt da nicht an die langfristigen Folgen, wie z.B. Krankheiten, sondern möchte einfach nur jetzt seine Effekte haben.

Drogen: Hierzu zähle ich synthetische und halbsynthetische Drogen, obwohl Zigaretten und Alkohol auch Drogen sind, allerdings anders behandelt werden, weshalb ich diese bei dem Begriff Drogen ausschließe. Drogen führen oft Zustände herbei, die den Konsumenten “aus seinen Problemen herausholen”. Zu diesen Drogen gehören:

LSD, Heroin, MDMA, Ecstasy, Amphetamine, Speed, Opioide, Cannabis, Kokain, Crack, Pilze und Morphin.

Da ich oft mit Drogenabhängigen zutun habe, weiß ich, dass mit “aus den Problemen herausholen” unterschiedliche Dinge gemeint sein können. Manche wollen einfach nicht mehr über ihr Leben nachdenken (Schmerzvermeidung), weshalb sie die Drogen als eine Art “Schutzschild” benutzen.

Andere fühlen sich durch Drogen selbstbewusster und werden dadurch auch anders behandelt (Effekte). Diese Einstiegseffekte wandeln sich natürlich mit der Zeit in eine Sucht um, allerdings ist die Absicht, weshalb Menschen zu Drogen greifen, meiner Erfahrung nach und rein logisch betrachtet, Unzufriedenheit, vorallem mit sich selbst.

Alkohol und Zigaretten: Alkohol bietet ebenfalls Effekte, allerdings eher indirekt. Durch Gruppenzwang (Schmerzvermeidung) greifen viele Menschen zu Alkohol, da sie sich dadurch dazugehörig fühlen, was ebenfalls Glückshormone ausstößt. Die anderen Gründe ähneln derer synthetischer Drogen, also Aufbau des Selbstbewusstseins oder Ablenkung.

Zigaretten sind hier vergleichbar, da zu Beginn die Schmerzvermeidung(soziale Ausgrenzung) und gleichzeitig die Effekthascherei (soziale Zugehörigkeit) eine wichtige Rolle spielt und später dann die Sucht entsteht.

Gerade Jugendliche bauen bei Zigaretten eine Sucht auf, da sie noch nicht soweit entwickelt sind, dass sie sich von Gruppenzwängen abgrenzen und ihren eigenen Weg gehen können. Sie benötigen die Rückmeldungen und Erfahrungen im sozialen Bereich.

Statussymbole, Geld, Materielles: Diese Dinge bieten eine breite Palette an Effekten und Schmerzvermeidung, weshalb sie wirtschaftlich gesehen auch die stärkste Kraft sind und somit auch die stärkste, unbewusste Kraft. Die Schulden der privaten Haushalte beliefen sich 2014 weltweit auf 40 Billionen Dollar. Tatsächlich entstehen Schulden ebenfalls durch Unzufriedenheit, denn wer wirklich glücklich und zufrieden ist, der braucht keine äußeren Dinge, auch Formen genannt, um glücklich zu sein.

Wer glücklich ist, der verspürt nur wenig inneren, psychischen Schmerz und muss ihn somit auch nicht kompensieren.

Bei mir selbst hat sich dieser Zustand in knapp 2 Jahren einmal um 180 Grad gedreht. Proportional zu meiner steigenden Zufriedenheit, einem kleineren Ego, weniger Unbewusstheit und mehr Bewusstheit, sank auch mein Bedürfnis nach äußeren Mitteln, in denen ich Zufriedenheit und Erfüllung suchte. Mein Schuldenberg von 10.000€ wurde immer weniger, da ich immer weniger benötigte, um zufrieden zu sein. Heute passt all mein Besitz in einen 40 Liter Rucksack. Ich könnte allerdings auch nackt mit einer Gitarre auf einem Berg sitzen und wäre trotzdem genauso zufrieden (ja, das habe ich getestet). Dazu passend eine kleine Geschichte:

Alexander der Große traf einst Diogenes, einen nackten Bettler, der nur eine Lampe hatte. Das war sein einziger Besitz. Er ließ diese Lampe sogar am Tage brennen. Er benahm sich wirklich sonderbar. “Wozu lässt du diese Lampe am Tage brennen?”, fragte Alexander. “Ich suche bei Tag und Nacht nach dem wahren Menschen und kann ihn nicht finden,” sagte der Mann und hob die Lampe hoch. Alexander war schockiert, dass ein nackter Bettler zu ihm, dem Welteroberer, etwas Derartiges sagte. Doch er konnte sehen, wie schön Diogenes in seiner Nacktheit war. Seine Augen waren so still, sein Gesicht war so friedlich, seine Worte hatten eine solche Autorität, seine Präsenz war so gelassen und ruhig und angenehm, dass Alexander sich neben ihm wie ein Bettler vorkam. In sein Tagebuch schrieb er: “Zum ersten Male fühlte ich, dass Reichtum etwas anderes bedeutet, als Geld zu besitzen. Ich habe einen reichen Menschen getroffen.”

Anerkennung und Lob: Diese beiden Formen der Effekthascherei kommen ebenfalls von Außen, weshalb wir sie uns, natürlich unbewusst, um jeden Preis holen. Je wertloser oder unwichtiger wir uns fühlen (Schmerz), desto mehr Anerkennung und Lob brauchen wir von anderen (Effekte).

So passen wir uns Anderen an, stellen deren Meinungen über unsere eigenen, entwickeln ein Helfersyndrom, Klammern usw. Das ist natürlich alles nur Symptombehandlung, da wir an der Oberfläche arbeiten, obwohl das Problem tiefer liegt. Genauso könnten wir auch versuchen, das Meer mit einem Bügeleisen zu glätten.

Gewalt, Hass, Wut, Groll, Neid, Eifersucht: Durch die bisherigen Punkte entstehen zerstörerische Gefühle, die wir verwenden, um unsere Schmerzen zu verdrängen und unsere Glücksgefühle zu erhalten. Hass und Wut sind z.B. der Versuch, jemandem zu schaden, der uns Schaden zugefügt hat. Dadurch entsteht in uns ein Gefühl der Unzufriedenheit, das wir ausgleichen wollen, weshalb wir mit Hass oder Wut reagieren. Wir glauben zwar, dass wir uns dadurch besser fühlen würden, doch auch hier hält die Befriedigung nur kurz an.

Neid und Eifersucht sind das Resultat eines inneren Mangelgefühls, also eines inneren Schmerzes, der durch Unzufriedenheit entsteht. Wir wollen dann das haben, was andere haben oder der sein, der andere sind, da wir glauben, dass wir dadurch die Unzufriedenheit kompensieren könnten. Das ist wieder eine Illusion, da wir aber unbewusst sind, fällt uns das nicht auf.

Mehr musst du über die grundlegende Funktionsweise unseres Gehirns nicht wissen, denn es beinhaltet tatsächlich sehr vieles, was wir später noch benötigen. Die Effekte können wir austauschen und die Schmerzen schwächen.

Na gut, wenn es so einfach wäre, dann müsstest du jetzt nicht mehr weiterlesen, aber das ist eine wichtige Grundlage. Du kannst lernen, wie du dir die Effekte, also die Hormone, selbst gibst. Nein, die bekommst du nicht in der Apotheke und auch nicht im Darknet oder auf dem Schwarzmarkt. Ein Beispiel:

Jemand, der sich selbst nicht so akzeptiert wie er ist, ist unzufrieden, da er versucht jemand anderes zu sein, der er eigentlich ist oder Dinge besitzen möchte, die er im Moment nicht besitzt, weil er glaubt, diese würden ihn zufrieden machen. Unzufriedenheit bedeutet, dass wenig Glücksgefühle (Effekte) im Gehirn vorhanden sind und psychische Schmerzen herrschen. Diese Unzufriedenheit kompensiert das Gehirn durch Effekte, die es sich von außen holt. Ein Drogenjunkie unterscheidet sich hier grundsätzlich erst einmal nicht von jemandem, der sich jede Woche ein paar neue Schuhe kauft, Anerkennung bei anderen sucht oder süchtig nach Pornos ist. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich Effekte zu schaffen, dass darauf Milliardenindustrien aufgebaut wurden. Sie sind also von unserer Unzufriedenheit mit uns selbst abhängig.

Wenn derjenige in der Lage ist, und das ist kein Hexenwerk, sich selbst zu akzeptieren, zu lieben und so anzunehmen, wie er ist, dann wird er zufriedener. Er ist dann nicht mehr von äußeren Effekten abhängig, da seine innere Zufriedenheit die Glücksgefühle schafft, nach denen sich sein Gehirn sehnt.

Ich rate dir deshalb nicht, die obigen Dinge schlagartig aus deinem Leben zu entfernen, wobei das sowieso niemand tut, da ansonsten die komplette Tragweite der psychischen Schmerzen ins Bewusstsein gelangt. Vielmehr geht es darum, alternative Effekte zu schaffen, wodurch die psychischen Schmerzen weniger werden. Welche alternativen Effekte es gibt, das erfährst du in den nächsten Artikeln.

Jemand, der unzufrieden ist, ist unbewusst und Unbewusstheit bedeutet, ein großes Ego zu haben, da dieses glaubt, dass es die Unzufriedenheit benötigt (was natürlich Quatsch ist).

Im Umkehrschluss bedeutet das also:

Jemand der zufrieden ist, ist bewusst und Bewusstheit bedeutet, ein kleines Ego zu haben.

Bewusstheit?

Genau.

Bewusstheit ist das Gegenteil von Unbewusstheit und der Feind des Egos.

Bewusstheit ist, dass du erkennst, dass du im Moment der Unbewusstheit erkennst, dass du unbewusst bist.

Du erkennst, dass du gerade nur deshalb nach Anerkennung suchst, um zufrieden zu sein.
Du erkennst, dass du nur deshalb zur Droge greifst, um zufrieden zu sein.
Du erkennst, dass du dir nur deshalb schon wieder neue Klamotten kaufst, um zufrieden zu sein.
Du erkennst, dass du nur deshalb wütend bist, weil du möchtest, dass der andere auch leidet, wodurch du dich besser fühlen würdest.

Erkennen bedeutet “bewusst sein” und du kannst nicht bewusst undgleichzeitig unbewusst sein, denn das Eine verhindert das Andere. Wenn du bewusst bist, dann ist das jedes Mal wie der Schaum eines Feuerlöschers: Du löschst die Unbewusstheit in dir. Je öfter du das Feuer löschst, also je öfter du bewusst bist, desto schwächer wird das Feuer.

Du wirst bedingungslos glücklich.

Du kannst immer Bewusstheit üben. Statt auf die Dinge sofort und unbewusst zu reagieren, hältst du kurz Inne und erkennst, dass du jetzt kurz davor bist, unbewusst zu handeln.

Bewerte es nicht und urteile nicht darüber, denn auch das ist Unbewusstheit. Viele sind sich unsicher, da ihnen die “Einfachheit” nicht ganz geheur ist. Sie erwarten eine geheime Formel, die sie glücklich macht, doch das ist die Formel:

Erkenne, dass du unbewusst handelst, denkst und fühlst.

Das klingt einfach, doch wenn die Unbewusstheit sich in deinem Leben breit gemacht hat, dann wirst du dich fühlen wie eine Antilope in einem Löwengehege: Dir wird die Masse wie eine rießige Gefahr vorkommen.

Auch das ist in Ordnung. Mit der Zeit wird diese Masse immer weniger werden. Du wirst erkennen, dass du selbst die Steuerung über dein Verhalten, deine Gedanken und deine Gefühle in der Hand hast, indem du es einfach nur erkennst, aber das ist ein Weg, ein Prozess.

Dein alter Weg spielt keine Rolle mehr, lass ihn einfach hinter dir. Du kannst jetzt einen neuen Weg gehen, indem du deine Unbewusstheit im Alltag so oft wie möglich erkennst und dir dadurch einen neuen Weg schaffst. Du kannst diesen Weg jetzt sofort beginnen. Du musst nicht erst auf etwas warten, was viele Religionen und Menschen vermitteln wollen, um Erfüllung oder Erleuchtung zu erlangen. Der Weg dorthin ist bereits Erfüllung und Erleuchtung.

In diesem Artikel hast du zwei wichtige Dinge gelernt

1. Unbewusstheit = Unwissenheit = Unzufriedenheit = großes Ego

Daraus folgt:

  • baue Bewusstheit in dein Leben ein, indem du erkennst, sobald du unbewusst bist (mehr darüber erfährst du in den folgenden Artikeln)

  • sammle Lebenserfahrung und Wissen darüber, womit du mit diesem Artikel angefangen hast

2. Unser Gehirn möchte Effekte erhalten und Schmerzen vermeiden

Mache dir bewusst, dass du nur deshalb so handelst, denkst und fühlst, wie du es tust, weil

  • dein Gehirn die entsprechenden Effekte (Hormone) haben möchte

  • dein Gehirn Schmerzen vermeiden möchte

  • du es bisher immer so getan hast, woran sich dein Gehirn gewöhnt hat

Zur Zusammenfassung der Artikelreihe “Der Wahnsinn des Ich” gelangst du hier.