Ich oder “Das, was ich >Ich< nennen würde"

Ich spreche nur in wenigen Artikeln über mich selbst. Es ist meine Arbeit für und mit Menschen, die mich beflügelt und die im Mittelpunkt steht. Natürlich komme ich trotzdem nicht um meine eigene Story herum.

Jedes Mal, wenn ich etwas schreibe oder sage, werde ich mit meinen eigenen Anteilen konfrontiert. Deshalb habe ich, meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, einen großen Anteil an meiner Arbeit. Darum geht es hier.

Timeline

1991: geboren in Landau (Pfalz)

bis 2009: relativ irrelevanter Gedanken-/, Emotions-/ und Erfahrungsmüll

dazwischen: Einblicke in die Gestörtheit des menschlichen Verstandes, Ausdruck der Emotionen in Theratergruppen

2010: Faszination für Psychologie (Traumjob: Neurologe)

2011: Umzug nach Berlin, Geld für Studium verdienen, Trainer für Burnout-/ und Stressprävention

2012: Burnout durch zuviel Stress, Panikstörung, Agoraphobie und schwere Depression

2013: Eigentherapie und Beginn “Psychologie B. Sc.”

2014: Arbeit mit ersten Klienten

2015: Start meines Blogs “Dailybuddha”

2016: Ausbildungen in Focusing, PMR und MBSR

2017: 1000 Stunden Volunteering in einer Kinder-/ und Jugendpsychiatrie

2018: Umzug nach Lissabon, Start von “…..”, Trainer für systemische Familienaufstellung, ehrenamtliche Arbeit für “Promisehub”

VERGANGENHEIT

Ich spreche nur in wenigen Artikeln über mich selbst. Es ist meine Arbeit für und mit Menschen, die mich beflügelt und die im Mittelpunkt steht. Natürlich komme ich trotzdem nicht um meine eigene Story herum.

Jedes Mal, wenn ich etwas schreibe oder sage, werde ich mit meinen eigenen Anteilen konfrontiert.

Jedes Mal, wenn jemand über seine tiefsten Ängste spricht, fühle ich in mich hinein, um nachspüren zu können, oder zumindest zu erahnen, wie derjenige sich fühlen könnte.

Jedes Mal, wenn jemand mit einer Panikattacke bei mir ist, denke ich an die gewaltige Welle der Angst, die derjenige spürt. Die Welle, die ich früher auch gespürt habe. Die Welle, die sich anfühlt wie ein Tsunami, der alles zu zerstören droht, woran ich hänge, da er mich immer vor die Angst stellt, mein Leben verlieren zu können.

Im nachhinein lässt sich nur mühsam ein “Anfang” meiner Geschichte festlegen, was ich auch ungerne tue. Abgesehen davon baut sich in der Psyche alles aufeinander auf. Mehrere Negativitäten kooperieren gemeinsam und schaffen somit eine Art Bündnis gegen den Wirt, der sie beherrbergt.

Es waren Millionen von Entscheidungen, die mich gerade hierher geführt haben. Hier an diesen Tisch, an diesen Computer, zu diesem Text.

Lassen wir die irrelevanten Dinge einfach mal weg. Ich möchte sie deshalb nicht erwähnen, da sie für das Erleben im Jetzt, auf das ich großen Wert lege, tatsächlich unwichtig sind.

Innerhalb meiner intensiven Entwicklungsphase habe ich mich nur in meiner Psychotherapie als Klient mit meiner Vergangenheit beschäftigt. Das war gut und sinnvoll. Ich habe in meiner systemischen Familientherapie viel über die Verbindungen zu unterschiedlichen Menschen in meinem Leben gelernt und konnte sie im Alltag gut umsetzen.

In meiner Arbeit mit meinem inneren Angsthasen (worüber ich ein Arbeitsbuch geschrieben und veröffentlich habe), habe ich mich zwar mit den Ursachen meiner Ängste beschäftigt, doch bin dann wieder in die Gegenwart gekommen. Nur hier, in diesem Zeitrahmen, der sich zwischen den Sekunden befindet, ist es möglich, sich seinem Inneren zu stellen und scheinbar Negatives in etwas umzuwandeln, wovon wir möglicherweise noch nie etwas wussten.

Der spirituelle Begleiter Eckhart Tolle nennt diesen Vorgang Hingabe” und das, was dadurch entsteht “inneren Frieden”.

Der Psychotherapeut Mike Hellwig nennt diesen Vorgang “Radikale Erlaubnis” und das, was dadurch entsteht “Vollständigkeit des Selbst”.

Buddha nannte diesen Vorgang den “achtfachen Pfad” und das, was dadurch entsteht “Erleuchtung”.

Ich mag all diese Bezeichnung. Trotzdem sind es nur leere Worte, wenn wir nicht erfahren, was sie bedeuten.

Panik, Angst und Depression

Angst und Krisen sind allgegenwärtig und ein Hauptfaktor meiner Arbeit. Panik war das, was monatelang durch mein Leben schwappte, bevor ich mich sowohl innerlich, als auch äußerlich, völlig demoliert in eine psychiatrische Klinik eingewiesen habe.

Die Panik kam mit Ankündigung und aus heiterem Himmel. Sie hatte einen Anlass oder hatte keinen Anlass, obgleich sie trotzdem immer wieder real erschien mit dem, was sie mir vorgaukelte, nämlich meinen Tod.

In der abgeschwächten Form zeigten sich Ängste subtil und offensichtlich Der Körper reagiert auf ein psychisches Ungleichgewicht ebenfalls, weshalb sich jahrelang Symptome entwickelten, die niemals auf die eigentliche Ursache, meine Ängste, untersucht wurden, eine sogenannte “somatoforme Störung”.

Die subtilen Ängste kamen besonders in Situationen, in denen ich ihnen ausgeliefert war und die körperlichen Reaktionen die Angst weiterhin aufbauten, also besonders in der Öffentlichkeit, eine sogenannte “Agoraphobie”.

Über all diese, sowieso schon schmerzvollen Dinge, legte sich natürlich der Schirm der Depression. Wahrscheinlich zog sie sich schon lange durch mein Leben, wurde allerdings nie erkannt. In den meisten Fällen wird eine Depression erst erkannt, wenn sie den höchsten Grad schon erreicht hat, nämlich in einer “schweren depressiven Episode”.

Ich möchte und kann allerdings nicht viel über die Depression sagen. Es gibt Menschen, die hier vielmehr durchmachen mussten, als ich. Meine wirklich schlimme Phase war nach einigen Monate zum Glück beendet.

Entwicklung

“Wie ein gewaltiger Planet, der bedrohlich vor meinem geistigen Auge schwebt.”

Mit diesen Worten beschrieb ich die Ansammlung aller Ängste, die sich in meinem Leben breitgemacht hatten, meiner Psychotherapeutin in meiner ersten Stunde in der psychiatrischen Klinik.

Ich ließ mich auf die Psychotherapie ein und maß ihr zu Beginn einen hohen Stellenwert bei. Mit den Monaten meiner positiven Entwicklung wurde die Psychotherapie, die ich für einen wesentlichen Faktor in meiner Findung betrachte, immer weniger und die Gespräche und Probleme weniger relevant.

Ich ahnte nicht nur, dass sich das alles jahrelang ziehen konnte, wobei ich zu dem Zeitpunkt schon etliche Jahre gelitten hatte, weshalb ich den Vorgang persönlich beschleunigte.

Ich bemerkte auch, dass alleine ich für meine positive Entwicklung selbstverantwortlich war.

Das klingt pathetisch und so, als ob ich meinen Psychotherapeutinnen nicht dankbar sei, doch das ist nicht der Fall.

Ich habe meine wöchentlichen Sitzungen als das gesehen, was sie sind:

Wegbegleiter auf dem Weg, den ich selbst gehen muss.

Die Beziehung zu den Wegbegleitern, zu denen ich auch meine Psychiater und meine Sozialarbeitern zähle, und deren Kompetenz ist dabei entscheidend. Ich hatte in allen Fällen Menschen an meiner Hand, denen ich mein lebenlang dankbar sein werde.

Im folgenden Schaubild habe ich alle Ängste dargestellt, die in meinem Leben eine große oder untergeordnete Rolle gespielt haben. Alles, was ich darüber gelernt habe, diese Ängste aufzulösen, vermittle ich in meinem Arbeitsbuch “Sei ein Angsthase — Wie du in drei Schritten alle Ängste auflöst”.

Innerhalb der ersten 6 Monate in Behandlung las ich etwa 200 Bücher, über die ich glaubte, dass sie mir weiterhelfen könnten mit dem, was mich gerade beschäftigte. Ich machte mir Notizen bezüglich dessen, was ich gelernt hatte und wandte es in meinem Alltag an.

Das klingt einmal so, als ob ich einen Plan gehabt hätte und außerdem, als ob es einfach gewesen wäre. Beides kann ich ganz klar verneinen.

Ich wusste nicht, wo mich das hinbringen würde und das war mir auch egal. Ich wusste nur, dass es mich zumindest aus meinem Leid holen würde, wenn ich grundsätzliche Dinge über das Leben lernte, die mir niemand vermittelt hatte, ich allerdings für grundlegend hielt. Alle diese Dinge behandle ich hier auf meinem Blog, auf Instagram, in meinem Arbeitsbuch und meinem privaten Coaching.

Ich stellte täglich auf die Probe, ob meine Erfahrungen Sinn ergaben. Was sich als wirkungslos erwieß, verwarf ich.

Ich wurde zu meinem eigenen Testobjekt.

Und das bin ich noch heute.

HEUTE

Was ich JETZT tue, siehst du hier. Das ist mein Leben.

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