Einsamkeit: Wie gefährlich ist die moderne Entwicklung?

In der Psychologie gilt das Thema „Einsamkeit“ in Zeiten von Social-Media und Isolierung durch Netflix & Co. lange nicht mehr als Nischenthema. Die Wissenschaft forscht schon länger an den möglicherweise schweren Nebenwirkungen, die Einsamkeit mit sich bringt.

Doch ist Einsamkeit wirklich ungesund? Oder kann es sogar indirekt oder direkt töten?

Das schauen wir uns in diesem Artikel etwas genauer an

Einsamkeit: Ist sie wirklich gefährlich?

Die kurze Antwort: Ja.

Zuerst aber einmal der Unterschied zwischen „einsam sein“ und sich „einsam fühlen“. Wer tatsächlich über Wochen oder Monate hinweg einsam ist, muss sich nicht zwangsläufig einsam fühlen. Wir sind alle sehr individuell und empfinden somit äußere oder innere Einflüsse als weniger oder mehr stark.

Nehmen wir nun repräsentativ einen Menschen, der vor 30.000 Jahren nicht nur einsam war, sondern sich auch so fühlte. 30.000 Jahre deshalb, um die heutige Umstände bei gleichbleibenden Genen zu verdeutlichen (Genfamilien benötigen mehr als 100.000 Jahre, um sich anzupassen).

Nennen wir diesen Menschen „Karl“. Karl wurde von seiner Gruppe ausgeschlossen, ein evolutionär heute immer noch starker Schmerz. Aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden, bedeutete für unsere Vorfahren einen viel höheren Aufwand, zu überleben, eine unserer Hauptaufgaben als Menschen.

Doch hiermit nicht genug: Die zweite Hauptaufgabe, die in unseren Genen steckt, ist die Sicherung von Nachfahren. Beides, überleben und für Nachwuchs sorgen, war für Karl außerhalb einer Gruppe, schwieriger bzw. fast unmöglich.

Karl wird, ohne Gruppe, einigen Schicksalen ins Auge blicken müssen:

  1. höheres Stresslevel
  2. fehlende Interaktion/Reflexion seines Verhaltens
  3. Gefahr durch Wetter, Tiere, Feinde, Hunger

Karls Stresslevel steigt, sein Nervensystem läuft auf Hochtouren, sein Serotoninspiegel sinkt, sein Immunsystem wird geschwächt und somit anfälliger für Krankheiten und Entzündungen.

Die Folgen: Karl entwickelt innerhalb kurzer Zeit einen Körper, der Gefahr nicht mehr verarbeiten und sich sozial nicht mehr austauschen kann. Sein Überleben und evolutionär noch schlimmer, das seiner Spezies, stehen auf der Kippe.

Die Konsequenzen von Einsamkeit

Alles, was nun in Karls Körper passiert, schreit „Gefahr“. Durch die Entzündungen und den niedrigen Serotoninspiegel entwickelt Karl eine Depression. Eine Depression zwingt zum Rückzug, um die Gruppe nicht zu gefährden. Doch Karl ist schon alleine. Sein Körper baut weiterhin ab, er wird schwer krank, sein Immunsystem wird schwächer. Er findet nur mit viel Aufwand wärmendes Fell, etwas zum Essen, etwas zum Schlafen.

Karls Rettung wäre jetzt, Menschen zu finden, die sich um ihn kümmern und sein Leben wortwörtlich retten. Ihm etwas zu Essen geben, ihm Fürsorge geben, ihm Wärme geben, ihm Schutz geben.

Karl findet niemanden. Er stirbt. Entweder durch die Kälte, die Hitze, fehlende Nahrung, fehlenden Schutz, Mord durch Menschen oder Tiere, Krankheiten, Entzündungen oder Suizid, da er sein Leid nicht mehr erträgt.

Fazit: Wirke entgegen

Du bist nicht Karl. Dein inneres System ist allerdings noch das Gleiche. Du brauchst den Schutz durch andere, die selbstlose Interaktion, körperliche Nähe. Du brauchst die Gewissheit, dass jemand da ist, der dir helfen kann, wenn du es selbst mal nicht schaffst. Wie Oma, die dir eine heiße Suppe gemacht hat, oder wie deine Mutter, die dir Schutz gegeben hat.

Einsamkeit kann tödlich sein.

Lerne viele Menschen kennen und finde diejenigen, die du zu deiner „Gruppe“ zählen kannst. Lebe so, wie Karl hätte leben sollen und rebelliere gegen das Leben, das so viele gerade voller Einsamkeit leben.


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