Ein Zen-Meister beschreibt die 9 Wesenszüge von toxischen Menschen

Wir alle stolpern hin und wieder über Menschen, die toxisch sind, sprich manipulativ, negativ und rücksichtslos anderen gegenüber.

Es bedarf wie immer “nur” einer einzigen Grundlage, um diesen Menschen friedvoll begegnen zu können: Wissen.

Es kann sehr anstrengend sein, mit solchen negativen Personen umzugehen, besonders, wenn sie einem täglich begegnen.

Heute bin ich auf die Ratschläge eines Zen-Meisters gestoßen, der dafür die passenden Hilfsmittel hat. Zen-Buddhisten sind besonders im Umgang mit Mitmenschen sehr gelassen, reif und beständig, wie ein Fels in der Brandung. Ich versuche mir diese Umgangsformen immer mehr zu Eigen zu machen.

“‪Ein Krieger agiert, ein Esel reagiert.”

Zuerst legen wir einmal fest, was eine toxische Person eigentlich ist, sodass wir sie erkennen und wissen, mit wem wir es da eigentlich zutun haben.

Die 9 Wesenszüge

1. Sie reden mehr, als dass sie zuhören

Toxische Menschen tendieren dazu, starke, narzisstische Züge zu haben und tun sich deshalb schwer, sich mit etwas zu beschäftigen, das nichts mit ihnen selbst zutun hat. Im Buddhismus sind allerdings Mitgefühl und Freundlichkeit anderen und uns selbst gegenüber elementar.

2. Ihr Leben ist ein einziges Drama

Sie finden immer etwas, das nicht in Ordnung ist. Wenn wir ihnen einen Hinweis oder eine Stütze geben, dann sagen sie, dass es nicht funktionieren wird. Damit hat sich für sie die Sache dann auch erledigt. Sie wollen nichts mehr von uns hören.

3. Sie haben nie Unrecht

Alles, was sie sagen ist richig und alles, was wir sagen ist falsch. Sie sind nicht bereit etwas Neues zu lernen und reagieren ausfällig und extrem, wenn wir uns gegen sie wenden.

4. Sie erzwingen Beziehungen

Es geht toxischen Menschen eher darum, Beziehungen mit so vielen anderen Menschen wie möglich zu führen, um damit anzugeben. Sie konzentrieren sich nicht auf wenige Beziehungen, in denen sie aufgehen können.

5. Sie lügen viel

In vielerlei Hinsicht leben sie von Lügen, denn diese helfen ihnen dabei, ein Bild von sich nach außen zu erzeugen, das so nicht existiert. Sie haben keinerlei Problem damit, diese Lügen zu erzeugen und aufrechtzuerhalten.

6. Sie zeigen kontrollierende Verhaltensweisen auf

Toxische Menschen wollen, dass wir uns so verhalten, dass sie aus uns den größtmöglichen Nutzen ziehen können, egal ob es Überlegenheit, berufliche Vorteile oder andere Gewinne sind.

7. Ihnen mangelt es an Taktgefühl und Höftlichkeit

Ein Mangel an Empathie und dem Gefühl der Überlegenheit definiert toxische Menschen. Sie glauben an ihre Ehrlichkeit, weshalb es für sie kein Problem darstellt, mit harten Worten das zu bekommen, was sie wollen.

8. Ihre eigenen Erfahrungen sind der Standard dafür, wie andere Menschen zu leben haben

Toxische Menschen gehen davon aus, dass ihr Leben und die Art und Weise, wie sie es gelebt haben, ein ungeschriebenes Gesetz dafür ist, wie alle anderen Menschen auch zu leben haben. Wenn sie z.B. Yoga hassen, dann ist das reine Zeitverschwendung und wir werden sie nicht umstimmen können, es doch zumindest einmal auszuprobieren.

9. Sie lieben es über andere Menschen zu reden

Sie reden und verurteilen andere Menschen, um ihren eigenen Wert zu erhöhen und sich dadurch besser zu fühlen

Was der Zen-Meister uns im Umgang mit solchen Menschen rät

“Je gegenwärtiger du bist, desto leichter wird es dir fallen, auf Feindschaft zu reagieren. Da dir dies mit der Zeit immer leichter fallen wird, kannst du damit beginnen, immer tiefer zu erkennen, wie viel jemand gelitten haben muss, um so reagieren zu müssen.

Mit genügend Einsicht können wir Einfühlungsvermögen und Mitgefühl auf der Grundlage dieses Wissens entwickeln, was uns helfen wird, friedlicher und weniger aggressiv zu reagieren. Irgendwann kannst du mit Mitgefühl und Einsicht das Feuer der Feindseligkeit auslöschen. Es ist schwer jemanden schlecht zu behandeln, wenn sie uns weiterhin gut behandeln. Du hilfst ihnen, diese Gefühle zu entlassen, aber du hilfst auch dir selbst, denn du musst dich nicht mehr mit ihnen beschäftigen.”

Erkenne, dass sie es nicht persönlich meinen

Es mag uns vielleicht so erscheinen, doch wir sind lediglich das aktuelle Ziel ihrer Feindseligkeiten oder wir sind einfach nicht in der Lage, diesen zu widerstehen. Fast niemand ist in der Lage auf toxische Menschen angemessen zu reagieren, weshalb sie damit in den meisten Fällen Erfolg haben.

Sie werden aber auch toxisch und feindselig bleiben, wenn sie nicht mehr bei uns sind. Erinnere dich an frühere, toxische Beziehungen: Hat sich diese Person verändert und wurde plötzlich zu einer nicht-toxischen Person, nachdem du nicht mehr die “Zielscheibe” ihrer Feindseligkeiten warst?

Lass sie giftig sein

Wir sind nicht für das Verhalten und die Emotionen anderer verantwortlich. Wir wären es vielleicht gerne, doch Verhaltensweisen und Emotionen lassen sich nicht durch andere verändern, sondern ausschließlich durch uns selbst. Wir sind alleine für unsere verantwortlich. Wenn Menschen toxisch sind, dann fällt das ausschließlich auf sie selbst zurück, nicht auf uns.

Wir können mit der gelassenen Reaktion auf ihre Feindseligkeit ein Stück zu ihrer Heilung ihrer “Geisteskrankheit”, denn etwas Anderes ist es eigentlich nicht, beitragen und uns gleichzeitig damit den größten Gefallen tun, nämlich für uns selbst verantwortlich zu sein. Wenn wir in der Lage sind, ihre Verhaltensweisen “durch uns hindurch schweben” zu lassen, dann beginnt erst unsere lebenslange Aufgabe.

Erkenne, sobald du auch toxisch wirst

Toxische Verhaltensweisen sind deshalb toxisch, weil es nur einen Moment der Unbewusstheit, der Unachtsamkeit, bedarf, um davon eingenommen zu werden und ebenfalls toxisch zu reagieren. Ich ertappe mich auch manchmal, wie Wut, Groll und Hass in mir aufsteigt. Ich erkenne diese Gefühle dann und erinnere mich daran, dass ich jetzt nicht reagieren muss.

Es ist alleine die Kontinuität dieser toxischen Verhaltensweisen, die sie aufrechterhält. Wir erkennen und finden uns selbst immer mehr und erlauben uns, diese Verhaltensweisen nicht mehr zu spiegeln, da wir erkannt haben, dass wir eine Wahl haben.

Erinnere dich daran, dass sie auch Menschen sind

Sie mögen uns vielleicht verletzt haben, aber sie sind Menschen, die wahrscheinlich im Inneren noch mehr verletzt sind. Schmerz wird immer weitergeben.

Du hilfst der toxischen Person, ihren Schmerz nicht weiter zu füttern. Seine Wunde wird immer und immer wieder aufgerissen, wenn jemand auf eine schädliche Reaktion reagiert.

Nehmen wir einmal an, dass jemand in seiner Kindheit geschlagen, vergewaltigt und gemobbt wird. Er verspürt tiefsten, psychologischen Schmerz, der unerträglich ist. Dieser Mensch glaubt, dass alle Menschen schrecklich sind. Er glaubt z.B., dass er nur dadurch die Kontrolle über sein Leben, die er damals verloren hatte, erhalten kann, indem er andere kontrolliert. Dieser Mensch leidet innerlich Höllenqualen.

Diese Qualen sind unterbewusst, er nimmt sie nicht wahr, denn das würde ihn völlig zerstören. Er verhält sich deshalb kontrollierend, hasserfüllt und ablehnend, obwohl er eigentlich das Gegenteil benötigen würde, nämlich Liebe und Mitgefühl.

Wenn du ihm Hass und Ablehnung gibst, dann wirst sein Schmerz bleiben. Er wird größer werden und dieser Mensch wird immer mehr leiden.

Hast du selbst schreckliche Erfahrungen gemacht, die dich heute noch belasten? Wäre es dir lieber, wenn dich jemand in den Arm nehmen würde und dir sagt, dass er versucht dich zu verstehen, deine Gefühle schmerzlich sein müssen oder, wenn er dich immer wieder angreifen, verurteilen oder hassen würde?

Schütze und regeneriere dich

Kümmere dich emotional und körperlich um dich selbst. Pflege deinen Körper, treibe Sport, verfolge deine Hobbies, rede mit Menschen über andere Dinge, als über die toxischen Menschen. Das Leben hält so viele wundervolle Erfahrungen und Erlebnisse für dich bereit, die dich mehr erfüllen werden, als das Reden und Aufregen über schädliche Menschen.

Sei bereit wegzulaufen

Erkenne, sobald es genug ist. Irgendwann kann es einen Punkt geben, an dem du dich selbst nicht mehr beschützen kannst. Du wirst dir und der anderen Person nur noch mehr schaden, je länger du in der Situation bleibst.

Wir wissen selbst am Besten, ob wir mit etwas umgehen können oder nicht. Wenn nicht, dann bedeutet das nicht, dass wir nicht stark sind, auch wenn uns das vielleicht vorgeworfen wird. Wegzulaufen kann eine der stärksten Dinge sein, die wir jetzt tun können.


 

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