Der Kontrollverlust der Schulmedizin: Wie sie mich in die Psychiatrie getrieben hat

Es war einmal ein junger Mann.

Er war 17 Jahre alt.

Er rannte von Arzt zu Arzt.

In 4 Jahren etwa 100 Mal.

War er schwer krank?

Nein.

Hatte er eine Behinderung?

Nein.

Musste er dauerhaft versorgt werden.

Nein.

Konnten die Ärzte die Probleme finden?

Nein.

Der junge Mann klagte über unterschiedliche Beschwerden:

Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Sodbrennen, Herzprobleme, Atemprobleme, Schwindel.

Hatte er eine unheilbare Krankheit, die nicht entdeckt wurde?

Nein.

Die Beschwerden konnten von den Ärzten super behandelt und untersucht werden:

Kreislauf → Vitaminpräparate, Röntgen der Wirbelsäule

Kopfschmerzen → Ibuprofen, Computertomographie, Aspirin

Nackenschmerzen → Physiotherapie, Wärmesalben, Schmerzmittel, Muskelrelaxantien, Massage, Wärmepflaster, Massagegeräte, Sport

Sodbrennen → Magenspiegelung, Blocker

Herzprobleme → EKG, Betablocker

Atemprobleme → Lungenfunktionstests, Ultraschall

Toll, welche Mittel die Pharmaindustrie hatte …

Doch irgendwie ging es ihm nicht besser.

Die Beschwerden waren zwar kurzfristig stillgelegt, aber kamen dann wieder zurück.

Und dann …

am 06.07.2015 …

sagte ein Psychiater zu dem jungen Mann,

an seinem ersten Tag in einer psychiatrischen Klinik,

in die er sich selbst eingewiesen hatte,

dass die Beschwerden von der Psyche kamen.

Alle?

Ja, alle.

Ausnahmlos.

Eine “somatoforme Störung”.

Das überraschte den jungen Mann.

Die Ärzte waren doch alle jahrelang ausgebildet und nur auf sein Wohl aus?

Mit ihren weißen Kitteln wirkten sie so autoritär und allwissend.

Sie wussten also doch, dass die Beschwerden von der Psyche kommen könnten?

Der junge Mann sank erneut in sein Kissen zurück, da nun die nächste Panikattacke im Anflug war …

eine von etwa 100 in den letzten vier Monaten.

Sie war nur ein kleines Gimmick, dass er zu der schweren Depression geschenkt bekommen hatte.

Wie diese Sticker, die man beim Einkaufen bekommt.

Sie waren zwar kostenfrei, aber nicht umsonst.

Seine Krankenkasse wurde nun wieder mit teuren Rechnungen konfrontiert:

Für Therapeuten, Psychiater, Medikamente, Phsyiotherapie und die Kliniken.

Das freute natürlich die Therapeuten, die Psychiater, die Physiotherapueten, die Kliniken und wieder einmal die Pharmaindustrie.

Die letzten 5 Jahren hatte der junge Mann seine Krankenkasse etwa 26.000€ gekostet.

Das waren sehr viele Menschen total glücklich.

Uuuiii waren die glücklich.

Schöne Urlaube, neue Autos und dieser wundervolle Grill für 6000€, der so super in den Garten des neuen Hauses passte.

Klasse!

Und natürlich freuten sich auch die Menschen, die jetzt Geld bekamen, denn die nächsten sieben Monate kosteten die Krankenkasse wieder etwa 10.000€.

“Schatz! Lass uns eine Woche länger in der Karibik bleiben”, rief der Psychiater seiner Frau zu, die freudig erregt ihren Bikini durch die Luft wedelte, während der junge Mann in der Klinik lag, wo seine Depression ihm Selbstmordgedanken in den Kopf, die Medikamente ihm 15 Kilo auf die Hüfte und die Panikattacken Todesängste bescherten.

Achja, der Jobverlust und der Lebensumbruch kostete den jungen Mann auch noch etwa 11.000€. In den nächsten Monaten würden sich die Gerichtsvollzieher, Inkassobüros und Gläubiger bei ihm melden, die das Geld von ihm verlangen würden.

Super, wie viele Menschen davon profitieren konnten und jeder wollte natürlich nur das Beste für den jungen Mann.

Schließlich müssen Ärzte sich in dem “Genfer Gelöbnis des Weltärztebundes” dazu verpflichten. Darin steht geschrieben:

Ich gelobe feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit erweisen. Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben. Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein. Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren. Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten. Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein. Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung. Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden. Dies alles verspreche ich feierlich und frei auf meine Ehre.

Finde ich super, dass es dafür solche Regeln gibt.

Der junge Mann fand das nicht so super, denn der konnte sich mit diesen 102 Seiten des “Handbuchs der ärztlichen Ethik” genauso den Popo abwischen, wie die Menschen, die durch sein Leiden profitiert haben, mit dem Geld, das sie durch ihn verdient hatten.

Hier einige Kommentare von Ärzten, die den jungen Mann behandelten:

Die 38jähriger Internistin beschwerte sich über die chronischen Herzprobleme:

“Stellen Sie sich mal nicht so an, es wird schon nicht explodieren.”

Die 52jährige Allgemeinärztin und Sportmedizinerin zu dem Burnout, das u.a. durch die 890 Überstunden innerhalb eines Jahres entstand:

“Also mein kleiner Enkel ist belastbarer als Sie.”

Zur schweren Depression, der tödlichsten Krankheit der Welt, sagte sie:

“Den ganzen Tag rumheulen macht es aber auch nicht besser.”

Der 57jährige Psychiater, Neurologe und Leiter einer psychiatrischen Klinik mit etwa 300 Patienten sagte:

“War nur eine Panikattacke, davon ist noch keiner gestorben.”

Dieser junge Mann war und bin ich.

Mein Verhältnis ist verständlicherweise zu allen Ärzten dermaßen gestört, dass ich die Schulmedizin für in etwa so kompetent halte, wie ein dreijähriges Kind, das versucht einen Ferrari zu fahren.

Das waren keine Einzelfälle!

Diese Vorgehensweisen sind alltäglich.

Die Ärzte stellen das Wohl der Patienten nicht in den Mittelpunkt.Lobbyarbeit, Profitgier, chronische Inkompetenz, Unzufriedenheit und Überforderung sind hier angesagt.

Zu Lasten der Patienten.

Du musst dich nicht den Schulärzten nicht überlassen und schon gar nicht an deinem Leid zerbrechen. Heilpraktiker, private Coaches und Trainer und einige wenige Therapeuten und Psychiater stellen die löbliche Ausnahme dar.

Ja, das kostet alles teilweise Geld aus deiner eigenen Tasche, aber fast alle diese Menschen behandeln dich nicht symptomatisch. Sie helfen dir, die Ursache für dein Leid zu finden und konzentrieren sich mit dir zusammen auf die Lösung des Problems.

Apropos “Ursache des Leids”:

Tue dir selbst den Gefallen und teste, ob deine körperlichen Beschwerden wirklich körperlicher Natur sind. Mindestens zwei Drittel der Menschen, die zum Arzt gehen, leiden nämlich nicht an einer körperlichen Ursache.

Die Psychosomatik ist gleichzeitig weit unterschätzt und leider noch nicht in den Köpfen der Allgemeinheit angekommen.

Mit den folgenden Schritten kannst du herausfinden, ob deine Beschwerden psychischer Natur sind.

1. Entspannungsübungen

Ist deine Psyche verspannt, dann ist auch dein Körper verspannt. Teste deshalb Entspannungsübungen jeglicher Art. Falls deine Beschwerden dadurch besser werden, dann liegt den Symptomen ein psychisches Problem zugrunde. Sollte das der Fall sein, so kontaktiere deine Krankenkasse und verlange nach einer Liste von Psychologen/Psychotherapeuten, die in den nächsten paar Wochen freie Termine haben.

Achtung: Die Krankenkassen sind dazu verpflichtet, dir diese Liste auszuhändigen. Darauf findest du Psychologen/Therapeuten, die in den nächsten 2–4 Wochen einen freien Termin haben.

Entspannungsübungen gegen akute Beschwerden sind:

  • Progressive Muskelrelaxation (PMR) → hier kostenlos downloaden

  • Body Scan → hier anhören

2. Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eines der umfangreichsten und effektivsten Gebiete zum Meistern von psychischen Problemen. Wenn wir diese nicht wahrnehmen, weil wir sie z.B. verdrängt haben, dann machen sie sich u.a. über unseren Körper bemerkbar.

Durch Achtsamkeit lernst du, wie du wieder die Steuerung über deine Gefühle gewinnst und so in kurzer Zeit mehrere psychische Blockaden auf einmal lösen kannst.

Natürlich empfehle ich dir zur Einarbeitung in dieses Thema meine Artikel auf diesem Blog. Das erste und beste Buch, das ich über Achtsamkeit gelesen habe, kannst du dir hier holen.

3. Medikamentation

Besonders Patienten, bei denen eine depressive Episode diagnostiziert wurde (bitte zwischen akuter, schlechter Stimmung unterscheiden! Depression ist eine Krankheit, keine Stimmungsschwankung!), werden Medikamente schnell und oft unüberlegt verordnet.

Natürlich handhabt das jeder Psychiater und/oder Neurologe anders. Da ich weder Psychiater noch Neurologe bin und diesen Beruf, vor dem ich höchsten Respekt habe, nicht schlechtreden möchte, rede ich aus der Perspektive eines ehemaligen Patienten:

Während meiner schweren depressiven Episode waren Antidepressiva absolut notwendig. All die Nebenwirkungen und späteren Folgen interessierten mich in diesem Moment nicht. Hauptsache die Angst vor sich selbst und dem Leben geht vorbei. Da stecken Psychiater und Neurologen natürlich in einer Zwickmühle, weshalb der Verlauf der Tablettenvergabe hierbei unter kompetenter, ärztlicher Aufsicht geschehen sollte.

Was du unter kompetent verstehst, das bleibt natürlich dir überlassen. Vertraue dabei einfach deinem Gefühl, aber bedenke auch folgendes:

Medikamente haben Wirkungen und Nebenwirkungen.

Du kennst sicher den Spruch aus der Werbung und der wird nicht ohne Grund immer wieder erwähnt. Die Wirkungen können natürlich hilfreich sein, wenn es gerade absolut keine Alternative gibt. Bedenken sollte man aber auch die Nebenwirkungen und die sind, je gravierender die Wirkung, natürlich auch gravierend.

Ich habe innerhalb meiner ersten Woche Antidepressiva (SSRI) 13 Kilogramm zugenommen. Das kann an den Tabletten liegen, muss es aber nicht. Innerhalb einer Depression ist der Hormonhaushalt im Gehirn ähnlich einer Demenz so gestört, dass die Hormone auf anderem Wege vom Gehirn besorgt werden. Da bietet sich ungesundes Essen natürlich an, aber Übergewicht führt höchstwahrscheinlich zu Unzufriedenheit und die ist in einer Depression nicht förderlich.

Außerdem: Das Absetzen von Antidepressiva (in meinem Falle SNRI) ist kein Spaß. Mich hat es alle meine Kenntnisse gebraucht, die ich mir die letzten Jahre angeeignet und alles, was ich in der Therapie gelernt habe.

Das Absetzen von Antidepressiva ist kein Entzug, denn es sind keine Drogen. Vielmehr muss das Gehirn den Hormonhaushalt wieder ausgleichen, weshalb die Absetzsymptome mehr oder weniger unangenehm sind. Deshalb bietet sich ein Ausschleichen (langsames Herabsetzen der Medikamtation) an.

Jeder gute Psychotherapeut/Psychologe wird dir übrigens empfehlen, Medikamente nicht dauerhaft zu nehmen, sondern als Übergangslösung, um an den Problemen arbeiten zu können.

Du wirst währenddessen hoffentlich auch immer wieder folgenden Satz hören, den ich dir ebenfalls ans Herz legen möchte:

Medikamente lösen keine Probleme!

Der Glaube daran, dass sie es tun könnten, verhindert automatisch eine Lebensveränderung, die bei einer Depression absolut notwendig ist. Dein Körper signalisiert dir, dass es in vielen Bereichen so nicht weitergehen kann. Dafür bedarf es Selbstverantwortung, Inanspruchnahme von professioneller Hilfe, Disziplin und Akzeptanz von Rückschlägen.

Der Wissenschaftler Kavanau beschrieb:

“Antidepressiva werden eingesetzt, um zu beweisen, dass die Anwesenheit oder Abwesenheit von Depression dem Erleben oder Nicht-Erleben von Schmerz gleichkommt. Sie betrachten Schmerz unter dem Aspekt, ihn zu beherrschen, nicht unter dem Aspekt, ihn zu verstehen. Sie setzen die Betäubung und Ausschaltung des Schmerzes mit dessen Nichtexistenz gleich. Dadurch verneinen sie aber nicht nur die Bedeutung des Schmerzes für den Patienten, sondern auch, daß dieser Schmerz eine Geschichte in der persönlichen Entwicklung des Patienten hat.”

Ich gebe hier keine Empfehlungen von Medikamenten, denn das entspricht nicht meiner Trainingsweise und meinen eigenen Erfahrungen. Es gibt allerdings eine Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln, die den Hormonhaushalt im Gehirn wieder ins Gleichgewicht bringen können.

Wenn du nicht suizidal bist, die Tabletten gerade abgesetzt hast und/oder eine leichte/mittelschwere Depression hast, dann empfehle ich entweder Johanniskraut oder Omega-3-Tabletten

Ich zitiere einen Auszug aus einer Studie zur Behandlung von Depressionen mit Omega-3-Fettsäuren:

In einer achtwöchigen placebokontrollierten Doppelblindstudie erhielten 28 Patienten mit Major Depression Omega-3-Fettsäuren (6,6 g pro Tag) additiv zu ihrer bisherigen Therapie. Dabei besserte die Omega-3-Fettsäuretherapie die anhand der Hamilton-Rating-Scale for Depression (HRSD) gemessenen Symptome signifikant gegenüber Placebo und wurde zudem von den Patienten gut vertragen.

4. Ärztechecks durch? Klinik!

Wenn du deine Symptome schon von Ärzten hast untersuchen lassen, diese keine körperliche Ursache finden und du dich auch noch niedergeschlagen fühlst, dann mache sofort (also jetzt!) einen Termin in einer sogenannten “Psychiatrischen Tagesklinik” in deiner Nähe.

Dort wirst du umfassend betreut, nämlich täglich etwa 8–9 Stunden. Nachts darfst du nach Hause und das Wochenende steht dir auch zur freien Verfügung. Die Kosten werden von deiner Krankenkasse übernommen.

Die Wartelisten sind teilweise sehr lange (ca. 6 Wochen) und jeden Tag, den du jetzt verstreichen lässt, verbessert nicht dein Wohlbefinden.

Folgende Reaktionen auf diesen Vorschlag meinerseits habe ich schon gehört bzw. mir früher selbst gesagt (falls du dich wiederfindest, dann kannst du davon ausgehen, dass es sich um Verdrängung handelt, weshalb du höchstwahrscheinlich wirklich akute, psychologische Hilfe benötigst):

“Das wird schon wieder!”

“Ich schaffe das schon alleine.”

“So einen Quatsch brauche ich nicht.”

“Ich muss mich nur etwas ausruhen, dann wird es wieder.”

“Ich bin gerade nur etwas überfordert mit allem, das pendelt sich wieder ein.”

“Ich denke es liegt an meiner Ernährung. Werde ich morgen gleich ändern.”

“Das Wetter ist umgeschlagen, da schmerzt immer mal wieder etwas.”

Noch ein wichtiger Hinweis:

Bei akuter Selbst-/ oder Fremdgefährdung, d.h. wenn du dein Leben oder das von Anderen gefährdest, z.B. durch Selbstmord oder Mord, dann begib dich umgehend in eine psychiatrische Klinik in deiner Nähe. Dir wird geholfen!