Das einfache Leben

Wenn man darüber nachdenkt, wirkt das Leben verdammt komplex. Je mehr man darüber nachdenkt, desto komplexer wirkt es. In Wahrheit ist „das Leben“ allerdings reine Realität. Ohne Plan. Ohne Bestimmung. Ohne Schicksal. Einfach nur eine Aneinanderreihung und ein Mix aus Entscheidungen, Reaktionen und instinktgetriebenen Handlungen. Vieles davon entzieht sich vollständig unserer bewussten Beeinflussung.

Einfach wird „das Leben“ dann, wenn wir

– lieben, was wir nicht beeinflussen können (Nietzsche, „amor fati“)

– Verantwortung für die Dinge übernehmen, die wir beeinflussen können (Markus Aureius, Grundlage aus dem Stoizismus)

– unsere psychischen und physischen Bedürfnisse erfüllen (Freud/Jung/Darwin)

– unsere rationale mit unserer emotionalen/kindlichen Ebene verbinden (Young, Schematherapie)

– unsere kindliche Ebene mit Fantasie und schönen Erinnerungen und Hobbies pflegen

– unsere erwachsene Ebene mit Wissen und Neugier füttern

Hier stellt sich natürlich die Frage, wie unsere Vorfahren in der Lage waren, ohne dieses Wissen zu leben. Sie wussten es nicht. Das war ihr Schicksal, negativ und positiv. Wir wissen es besser und auf Grundlage der Erfahrungen der größten Geisteswissenschaftler aller Zeiten können wir es tatsàchlich schaffen, in einer scheinbar chaotischen, destruktiven und komplizierten Welt, ein geordnetes, schönes und einfaches Leben zu leben.