7 Irrtümer über Meditation: Wie du in den Genuss wahrer Meditation kommst

Jeder tut es, doch fast niemand versteht, was Meditation wirklich ist.

Die meisten benutzen es, um gelassener oder ausgelichener zu werden, oder, um vor ihren Alltagsproblemen wegzulaufen.

Verständlich, denn die Konfrontation mit den inneren Dämonen ist hart.

Allerdings darf Meditation nicht schon wieder eine neue Methode werden, um vor diesen Dämonen wegzulaufen. Erst einmal, weil sie uns definitiv einholen werden und außerdem, weil uns dadurch das verwehrt bleibt, was wahre Meditation in uns machen kann.

1. Meditation ist keine Anspannung.

Wir können unseren Verstand nicht anspannen und erwarten, dass wir ihn mit Anspannung trainieren. Genauso wenig müssen wir unseren Geist anspannen, um Antworten zu finden, die wir bereits kennen. Menschen zerbrechen sich tagelang den Kopf über etwas, obwohl sie die Antwort bereits intuitiv kennen. Da sie dieses Gefühl verlernt haben, glauben sie, dass sie durch anspannen ihres Verstandes eine Lösung finden würden. Die gibt dann auch irgendwann, aber sie ist kalt, inhaltslos. Sie ist frei von Kreativität. Es ist einfach nur eine Entscheidung.

Genauso müssen wir uns auch nicht anstrengen, um zu lernen, wie Meditation funktioniert.

2. Meditation ist keine Konzentration

In der Meditation konzentriert sich unser Selbst, also unser Bewusstsein, auf ein anderes Etwas, nämlich unseren Verstand. Verstand und Selbst sind nichteins, allerdings sind die meisten Menschen nicht in der Lage, diese beiden Bewusstseinsanteile zu trennen, weshalb sie ihr Selbst mit ihrem Verstand verwechseln. So identifizieren sie sich z.B. mit ihren Gedanken und glauben, dass das, was ihre Gedanken ihnen vermitteln, wahr sei, da sie glauben, dass sie ihre Gedanken sind.

Wenn wir uns auf etwas konzentrieren, z.B. auf die Lösung einer Aufgabe, das Auswendiglernen von Fakten oder auch Gedanken, dann aktivieren wir unseren Verstand. Der Verstand tut etwas, das Selbst ist einfach nur. Es existiert, ohne etwas tun zu müssen. Du kannst stundenlang, tagelang einfach nur in deinem Bett liegen. Dein Selbst wird da sein, doch du wirst es nicht spüren, wenn du dich auf deine Gedanken konzentrierst.

Im Taoismus nennt Laotse diesen Zustand “wei-wu-wei”, also das Tun durch Nichts-Tun. Es passiert etwas in dir, aber du manipulierst es nicht, sondern lässt es einfach so sein.

Stelle dir eine Blume vor, die wächst, ohne das jemand etwas dafür tun muss. Es passiert etwas (TUN), obwohl nichts passiert (NICHTS-TUN). Genauso findet durch die ausbleibende Manipulation deines Verstandes, das einfach so sein lassen wie es ist, etwas statt, ohne dass wir entscheiden, was da passiert.

Ohne dass wir auf unsere Gedanken eingehen und uns daran festklammern, denn das wäre Aktionismus, eine Reaktion auf etwas. Diese Beeinflussung ist wie die Art der Erziehung von Eltern, die ihren Kindern sagen und vermitteln, wie sie zu sein haben, ihre Fehler korrigieren und ihre in ihren Augen guten Taten belohnen.

So gehen auch wir auf unsere Gedanken ein und zwängen sie und dadurch auch uns, in eine Richtung, die wir für richtig halten und merken dabei nicht, dass es in Wirklichkeit unsere Gedanken sind, die uns in eine Richtung zwängen.

Wir reagieren einfach nur.

3. Meditation ist keine Vergangenheit oder Zukunft

Meditation ist reine Gegenwart. Meditation findet nur im jetzt statt, sonst nie.  Deshalb können wir auch nicht meditieren, sondern nur in Meditation sein. Dagegen können wir nicht in Konzentration sein, sondern uns nur konzentrieren, denn Konzentration benutzt Zahlen, Daten, Fakten, Erfahrungen und Erlebnisse der Vergangenheit.

Wenn du glaubst, dass du meditieren musst, um jemand zu werden, dann ist die Meditation zum Scheitern verurteilt. Wenn du durch die Meditation ruhiger, gelassener, konzentrierter oder schöner werden möchtest, dann versuchst du die Zukunft ins Jetzt zu holen.

Du versuchst jetzt jemand zu sein, der du in der Zukunft werden möchtest. Dadurch verlierst du das jetzt und gleichzeitig die Freude der Meditation, da die Anspannung und Negativität diese in dir verwehrt.

4. Meditation ist kein Zwang

Meditation ist reine Freude, da Bewusstsein, dein Selbst, das nur im Jetzt existieren kann, reine Freude ist. Es ist frei von Sorgen und Negativität und somit nur Glück, das im Jetzt existiert.

Wenn dir Meditation keinen Spaß macht, dann höre entweder damit auf oder wechsle die Meditationsmethode. Es ist nicht Sinn der Sache, dass du dich zu etwas zwingst, denn oftmals besteht unser Alltag schon genug aus Zwängen.

Außerdem gehen wir mit dem Zwang und der fehlenden Freude gegen das, was wir eigentlich auslösen möchten, nämlich reines Bewusstsein. Unser Verstand kommt dann mit Gedanken, wie “du musst das jetzt tun! Na los!” und versperrt uns den Weg zu der Freiheit, die das Bewusstsein bietet.

5. Meditation ist keine Methode, die wir immer ausführen müssen

Sobald der Spaß und die Freude in dir aufkommt, wechsle deine Meditationsart. Meditation macht keine Freude, denn das wird sie wieder zu Aktionismus. Dann wird sie wieder zu einer Methode, mit der du glücklich werden möchtest. Dann wird es wieder zu einer Flucht aus dem Alltag, zu einer Möglichkeit, dich dem Leid und den Sorgen zu entziehen. Das ist Verdrängung und Verdrängung macht süchtig.

Sobald du bemerkst, dass du von Meditation abhängig wirst, da du sie als etwas benutzt, dass dich zu etwas macht und in dir etwas auslöst, was du sonst nicht spürst, dann sei in einer anderen Meditation.

Bleibe allerdings einige Woche bei deiner Meditationsart, um herauszufinden, ob sie etwas für dich ist und ob sie zu einer Sucht wird. Unser Alltag besteht immer aus Ausprobieren und Verwerfen, doch Meditation ist nicht unser Alltag.

“Im Buch des Tantra werden einhundertundzwölf Meditationen aufgezeigt.  Da kannst du ja verrückt werden. Und du bist ja schon verrückt!”

– OSHO6. Meditation ist kein Ausnahmezustand

Eigentlich ist der Zustand, der in der Meditation in uns vorherrscht, unser natürlicher Zustand. Ein Kleinkind ist frei von all den Sorgen und Ängsten, die wir nur durch unseren Verstand erschaffen. Dann wird es durch die Erziehung “richtig gemacht” und erzeugt in sich selbst einen Zustand der chronischen Negativität.

Dem Kind wird gezeigt, wie es handeln, wie es fühlen, wie es denken soll. Wie soll sich da Ruhe in seinen Verstand einschleichen? Dadurch entwickelt es einen inneren Lärm, der im Erwachsenenalter immer lauter wird.

Wie soll da einfach mal Stille in unserem Kopf sein, wenn wir die Stille abwehren, da wir glauben, dass in unserem Kopf immer etwas passieren muss?

Somit ist Meditation das genaue Gegenteil von dem, was täglich in uns vorgeht: laute Gedanken, Sorgen, Ängste, das Wiederkehren von Vergangenheit, das Herumkaufen auf Zukunft. Selbst im Schlaf, während dem Träumen, arbeitet unser Verstand.

Diese Arbeit ist notwendig, doch wir müssen morgens aufwachen und in einen Zustand gelangen, in dem wir nicht ständig auf das aufspringen, was unser Verstand gerade für wichtig hält.

Das ist nicht notwendig.

Unser Kopf ist kein Kleinkind, das in jeder Sekunde unsere Aufmerksamkeit benötigt. Er muss nicht gefüttert, gestillt oder ins Bett gebracht werden. Er vermittelt uns zwar, dass er das alles braucht, doch das ist eine Illusion, die wir Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, erhalten haben.

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7. Wir lernen nicht, unsere Emotionen auszuschalten

Der Wunsch, die eigenen, unangenehmen Emotionen einfach “wegdenken” zu können, ist groß. Doch bei wahrer Meditation geht es nicht darum, Emotionen wegzuschieben, sondern, einen Zustand zu entwickeln, der es unserem Gehirn ermöglicht, die unangenehmen Emotionen besser zu verarbeiten.

Ein ständig angespannter, emotionaler Zustand ist für unser Gehirn Schwerstarbeit.. Es benötigt nicht nur mehr Glukose, um die Neuronen zu befeuern, sondern ist auch ständig “auf der Hut” nach neuen Gefahren, um diese dem Nervensystem und dem Angstzentrum, der Amygdala, melden zu können.

Deshalb ist es wichtig, dem Gehirn zwischendurch eine Auszeit zu geben. Muskeln, auch wenn das Gehirn kein Muskel ist, brauchen auch immer mal wieder ihre Auszeit, um sich wieder zu erholen.

Da unser Gehirn durch Hormone und Neuronen unser Leben bestimmt, sollten wir es zwischendurch pflegen, allerdings ohne die Absicht, dadurch Emotionen zu verdrängen, sondern, mit ihnen besser umgehen zu können.

8. Meditation ist keine Praxis, um unser Leben sofort perfekt zu machen

In der Meditation üben wir eine Haltung, die wir dann nach und nach automatisch in Situationen außerhalb der Meditation übertragen. Wir lernen, den Moment einfach zu akzeptieren. Das ist eine besondere Haltung der Akzeptanz allem gegenüber, was ist. Wenn wir lernen, alles zu akzeptieren, was ist, dann versperren wir uns nicht mehr dem Leid in unserem Leben, sondern lassen es einfach zu.

Paradoxerweise lösen wir es genau dadurch weitestgehend auf.

Gleichzeitig üben wir uns in Gelassenheit. So akzeptieren wir nicht nur Situationen, in denen etwas möglicherweise nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen, sondern behalten währenddessen einen klaren Geist, um bewusster reagieren zu können (sorry für jeden, der eine wundervolle Reise ohne Probleme gesucht hat).

Die Gelassenheit und die akzeptierende Haltung allem gegenüber, was ist, ist eine besondere Widerstandslosigkeit allem gegenüber, was geschieht.

Das heißt natürlich nicht, dass wir die Dinge nicht mehr hinterfragen oder uns schlichtweg alles gefallen lassen. Eckhart Tolle beschreibt diese Widerstandslosigkeit so:

“Wiederstandslosigkeit bedeutet nicht, nichts zutun. Sie bedeutet nur, dass alles tun nicht mehr reaktiv ist.”

Wir reagieren nicht mehr auf das, was in uns geschieht, sondern sind in der Lage, alles, was auch immer es sein mag, anzunehmen, wie ein wundervolles Geschenk, selbst wenn wir den Wert nicht sofort erkennen.

Unsere Gedankenaktivität ist konditioniert, d.h. sie wird sich nicht verändern, wenn wir nicht gelegentlich einen Zustand in unser Leben bringen, der frei von Gedanken ist.

Einen Zustand, der unser natürliches Selbst in sich trägt.

Einen Zustand, der uns dem näherbringt, was wir wirklich sind.